kathas welt

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Archiv für Energie

My good old stuff

Gernst nehme ich den „Stöckchenwurf“ von Noel zum Thema Recycling auf. Ich soll also schreiben, „was ich mit meinen Dingen mache, die ich nicht mehr benötige“. Ein Stöckchenwurf ist quasi ein Kettenbrief unter Bloggern zu einem bestimmten Thema, die ganz korrekte  Beschreibung gibt es hier – und auch was Noel dazu geschrieben hat.

Was brauche ich denn überhaupt an Dingen?

Ich nehme das als Anlass, mich erstmal zu fragen: Was brauche ich denn eigentlich nicht mehr? Oder andersrum verstanden: Was braucht man denn überhaupt an Dingen zum Leben? Ich war mit 22 mal 7 Monate in Argentinien und durfte nur 20 kg Gepäck mitnehmen, das hat mir die ganze Zeit eigentlich vollkommen gereicht an „Sachen“, die ich besitze. Gut, mir haben ein paar Bücher gefehlt und ein paar Einrichtungsgegenstände, aber ansonsten? Was brauche ich an Dingen zum Leben?

Inventur bei mir Zuhause

Ich schaue mich mal Inventur mäßig in meiner Wohnung um. Ich entdecke deutlich mehr als 20 kg „Dinge“. Da gibt es das ganze Küchenzubehör, viele viele Bücher, Bilder an den Wänden, Sportsachen, Taschen, hauptsächlich Möbel stehen überall rum, Waschzeugs, Werkzeug, Ordner (oh je, auch noch mit alten Studieninhalten…), Essen und Trinken und natürlich Kleidung.

Und was brauche ich nicht mehr?

Das brauche ich wirklich nicht alles andauernd. Aber was mache ich denn dann damit? Brauche ich das meiste davon nicht mehr? Erstmal muss ich das ja realisieren, dass ich etwas nicht mehr brauche. Wenn es einfach da ist und nicht stört, bin ich ganz ganz schlecht darin, das „Nicht-mehr-brauchen“ zu bemerken. Nun möchte ich mich aber nicht drücken zu sagen, was ich mit Sachen mache, für die ich keine Verwendung mehr habe.

Was mache ich also with my good old stuff?

  • Kleidung: sammle ich derzeit in Tüten, um sie auf einem Flohmarkt zu verkaufen (diesen Sommer mal wieder nicht geschafft… – gut, dass ich einen Keller habe!).
  • Alte Schuhe: nutze ich auf schlammigen Festivals meistens dann doch noch mal, daher ist das „Nicht-mehr-brauchen“-Gefühl sehr unstark ausgeprägt. (und den Rest horte ich ebenfalls im Keller in besagten Tüten, wenn ich ehrlich bin. Weil ich Schuhe so schwer in den Mülleimer werfen kann, irgendwie kann man sie ja immer nochmal tragen.)
  • Möbel: brauche ich derzeit alle noch.
  • Bilder und Postkarten: hängen an schönen Orten an der Wand.
  • Bücher: niemals wegschmeißen, außer es sind ganz schlimme Bücher von gut meinenden Tanten („Warum Männer schlecht … und Frauen gut..“ so was landet dann auch mal in der Flohmarkttüte)
  • Elektrosachen: tja, da ich weiß, dass sie auf einen Sondermüll gehören und ich da eh nie hinkomme, liegen sie bei mir in einer kiste herum (ist meine Wohnung zu groß??). Damit wären wir auch bei einem wichtigen Thema. Was schmeiße ich eigentlich alles in den Müll?
  • In den Müll landet vieles um das Essen und Trinken: Oh ja, auch Bio Sachen sind dauernd in Plastik eingepackt. Das finde ich total bescheuert, aber so füllt sich mein gelber Sack dann doch immer relativ schnell. Außerdem muss ich oft Essen wegwerfen, weil ich nicht widerstehen konnte, aber dann doch wieder länger nicht zuhause war. Hier gibt es eindeutig Verbesserungspotenzial bei mir!
  • Und: die ganzen Flyer und Zeitungen. Mein Altpapierstapel ist wirklich ein Horror (und auch das Altglas… das landet natürlich im Container).

Nicht so viel kaufen? 😉

Ansonsten gibt es bei mir nicht so viele Dinge, die ich nicht mehr brauche. Ich shoppe echt ungern in den großen Cities dieser Welt. Daher habe ich auch nicht so viel unnützes Zeug. Wenn, dann geh ich in England in einen der coolen Charity Shops. Dort kann man echt schöne Second Hand Kleidung (z.B. auch ein Kleid, dass ich auch auf Konferenzen anziehe) für sehr kleines Geld kaufen und dabei noch einen guten Zweck unterstützen. Finde ich eine tolle Einrichtung! Und auch meine Wasserflaschen verwende ich ja immer brav wieder, wie einige von Euch vielleicht schon mitbekommen haben… 😉

Und für alle, denen diese Betrachtungen nicht systematisch genug waren, fällt mir natürlich beim Thema „Recycling“ sofort der wundervolle Film „The story of stuff“ ein, den ihr unbedingt schauen solltet.

Ich sende das Stöckchen heute weiter an Martin Herrndorf (www.unternehmen-armut.de) Marc Rexroth (http://reditum.de/blog/). Bin gespannt auf die Artikel!

Was macht ihr eigentlich mit den Dingen, die ihr nicht mehr braucht?

Herzlichst, Eure Katha

ps: Hier die offizielle Beschreibung, was ein Stöckchenwurf ist: “Ein Stöckchenwurf ist eine Blog-Veranstaltung, bei der ein bestimmtes Thema durch ein Blog auf den Weg geschickt wird und ausgewählte Blogger dazu eingeladen werden, einen Artikel zum Thema in ihrem eigenen Blog zu veröffentlichen. Das Stöckchen wird dann an zwei weitere Blogger ihrer Wahl geworfen. Am Ende des Beitrags sollte eine Liste aller Blogs zu finden sein, die am Stöckchenwurf teilgenommen haben.”

pps: Die bisherige Liste:

Netcycler (der Start!)

Noel Klein Reesink

Sebastian Backhaus

Was uns motiviert!

Ein wirklich tolles und wissenschaftlich basiertes Video darüber, was uns im (Arbeits-)Leben motiviert:
1. Autonomie
2. Lust am Können („Mastery“)
3. ein gutes Ziel („Purpose“).
Das passt zum Ziel von kathas welt.

Da es aber schon schwierig ist, nur diese drei Begriffe „exakt“ ins Deutsche zu übersetzen, seht einfach selbst: 😉


Wie geht es Euch – erkennt ihr Euch wieder oder nicht? Und: Treffen diese Studien nur dann zu, wenn es sich um ein Extra-Arbeiten handelt und nicht um den regulären Job? Ein gewisses Grundeinkommen benötigt doch ein jeder, um sich erst dann für Autonomy, Mastery und Purpose zu interessieren, oder? Wie kann man diese drei „Motivatoren“ in die guten Firmen eingliedern? Ich freue mich auf Eure Meinungen hierzu.
Herzlichst, Eure Katha

ps: Dank übrigens an Christoph und Noel von karmakonsum, durch die ich erst auf das Video aufmerksam geworden bin.)

Nachlese der 3. Nachhaltigkeitsarena

Soeben komme ich von der 3. Arena für Nachhaltigkeit im wunderschönen Bio-See-Hotel Zeulenroda zurück, bei der ich für das Institute for Social Banking auf einem Podium zum Finanzwesen und zu Wachstumsfragen diskutieren durfte.
Es gibt wieder von vielen spannenden Menschen und Unternehmen zu berichten. 😉

Das Bio-Seehotel

Eines davon ist erst einmal das Bio-Seehotel  Zeulenroda selbst. Wirklich tolle schöne Räume, sehr nettes Personal, ein See zum Spazieren oder Wandern und eine sehr, sehr gute Küche. Nicht umsonst hat das Hotel 4 Sterne. Das einzig wirklich anstrengende an diesem Hotel ist seine Abgelegenheit. Mit dem Zug muss man von den meisten großen Städten Deutschlands mindestens drei Mal umsteigen, um zum kleinen Zeulenrodaer Bahnhof zu kommen – an dem man dann aber von einem netten Shuttle-Service abgeholt wird.
Ob man sich dieses Hotel privat leisten kann, ist für mich eine berechtigte Frage, denn bei mir dauert das wohl noch ein wenig. Aber wer von euch in Unternehmen, Politik oder NGOs arbeitet, die Veranstaltungen organisieren, denen würde ich wärmstens ans Herz legen, dieses Hotel für eure nächste Veranstaltung in Betracht zu ziehen. Die Konferenzräume haben einen genialen Ausblick. Und die technische Ausstattung, Verpflegung und Betreuung lassen echt nichts zu wünschen übrig.

Klimawandel still up-to-date

Gestern morgen durften wir dann dem renommierten Physiker Prof. Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) lauschen. Er ist der persönliche Klimaberater von Angela Merkel, Mitglied im Internationalen Klimawandelrat (IPCC) und in unzähligen Klimawandel-relevanten Gremien ein gefragter Experte. Die wichtigste Botschaft seines inhaltlich sachlichen, charismatisch vorgetragenen Vortrags war, dass trotz der Klimawandelmüdigkeit der nationalen und internationalen Medien der Klimawandel genau wie prognostiziert weitergeht. Nur dass einige Auswirkungen (selbst bei Einhalten des in Kopenhagen vereinbarten 2°C Ziels der Erderwärmung) nach neuen Erkenntnissen wahrscheinlich dramatischer ausfallen als zunächst angenommen. Endlich mal wieder einem Naturwissenschaftler zuhören zu können, der im Gegensatz zu Al Gore in „Eine unbequeme Wahrheit“ nicht nur seine eigene Geschichte, sondern die Fakten sprechen lässt, war einfach sehr erfrischend, wenn auch erschreckend.
Die Relationen
Inspirierend und bedrückend zugleich war der Hinweis auf ein Treffen bei den Vereinten Nationen, wo Schellnhuber mit 40 Staats- und Regierungschefs so genannter „Inselstaaten“ sprach, deren ureigenste Länder in 50 Jahren wahrscheinlich zu großen Teilen durch den Anstieg des Meeresspiegels untergegangen sein werden. Schätzungen gehen davon aus, dass wir im Jahr 2050 ca. 500 Millionen Klimaflüchtlinge geben wird. Wo sollen diese Menschen leben? Der Klimawandel ist eben nicht nur der abstrakte Anstieg der globalen Mitteltemperatur, sondern ein existentielles Problem für das Leben von Abermillionen Menschen. Toll waren auch Schellnhubers Zahlenvergleiche: Beispielsweise haben die USA 3,6 Mrd. US-Dollar an von den Folgen des Klimawandels betroffene Staaten zugesagt, dies entspreche 60 Stunden Irakkrieg…
Den Vortrag kann man sich übrigens im Laufe der nächsten Tage auf http://www.nachhaltigkeitsarena.de kaufen. Ich hoffe, er wird nicht zu teuer, denn ich kann ihn sehr empfehlen. Außerordentlich unterhaltsam und auch lustig war die Präsentation sogar auch!
An dieser Stelle möchte ich auch das kleine, aber feine Büchlein „Der Klimawandel“ empfehlen (7,60€), das Schellnhuber bereits 2006 mit seinem Kollegen Rahmstorf vom PIK geschrieben hat. Alle Daten und Fakten, die man zum Klimawandel wissen muss auf ca. 100 Seiten zusammengefasst. Das ist ein gemütlicher Nachmittag im Park oder Liegestuhl…

KlimaGut AG: In saubere Gebäude investieren

Toll war es auch, bei einem leckeren Kaffee Fabian Tacke, den Gründer der Klimagut AG, kennenzulernen. Ein unterschätzt großer Teil des ökologischen Fußabdrucks in unseren westlichen Gesellschaften wird durch Gebäude und Wohnen verursacht. In Deutschland wird nur ca. 1% der Gebäude pro Jahr saniert („Gebäudesanierungsquote“). Wo wir da in der durchschnittlichen Aktualität in punkto Effizienz und Nachhaltigkeit unserer Gebäude stehen, ist ganz schön gruselig. Irgendwo in den 1960ern… Dies zu ändern, ist Fabians Ziel mit der KlimaGut Immobilien AG, deren Initiatoren sich als „Die Pioniere für nachhaltige Immobilienanlagen“ verstehen. Hier kann man in die nachhaltige Gebäudesanierung investieren, was ich absolut klasse finde. Denn durch den großen Anteil der Gebäude am ökologischen Fußabdruck, setzt KlimaGut an einer genau richtigen Stelle an, wo wirklich signifikant etwas verändert werden kann. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und vor allem viele neue Investoren und Projekte!

So, jetzt habe ich doch „nur“ von drei anstatt von „vielen“ Menschen bzw. Unternehmen berichtet. Natürlich habe ich auch noch sehr viele andere spannende Leute bei der Arena für Nachhaltigkeit getroffen. Aber für heute reicht das ja erst einmal… 😉
Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr mir wie immer schreiben oder einfach einen Kommentar hinterlassen. Eure Katha
p.s.: Auf der Rückfahrt im Zug (ähem in den insgesamt vier Zügen…) habe ich dann nach langer Zeit endlich mal wieder das Magazin „forum Nachhaltiges Wirtschaften“ gelesen, das ich an dieser Stelle noch einmal allen sehr empfehlen möchte, die sich für Nachhaltigkeit und Wirtschaft interessieren. Auch wenn manche die Anzeigenpolitik der Zeitschrift kritisieren, stehen dennoch interessante Artikel darin.

Das mit dem Skifahren

Vorletztes Wochenende war ich im Allgäu Ski-Fahren. Ein Dilemma für den ökorrekten Menschen.

Die erste Reaktion von meinen Leuten ist häufig: „Jaja, Katha, das ist ja totaaaal nachhaltig…“ Ich finde auch nicht, dass sich das so besonders nachhaltig anfühlt. Fünfeinhalb Stunden in den Süden Deutschlands fahren und dort drei Tage lang auf der Grasnarbe rumdüsen – ne, nachhaltig hört sich irgendwie anders an (Ich werde in einem meiner nächsten Beiträge einmal recherchieren, ob Skifahren wirklich so schlimm ist – wahrscheinlich aber schon). Und dann mach das auch noch gerade ich, die ich hier zu Nachhaltigkeit blogge und die ganze Zeit versuche, einen spannenden, coolen und gleichzeitig nachhaltigen Stil zu leben. Mh, dem muss ich auf den Grund gehen? Warum bin ich dahin gefahren?

Ist das bei mir besonders schlimm? Würden auch Leute, die nicht so viel über einen verantwortungsvollen Lebensstil reden, darauf aufmerksam gemacht werden, dass Skifahren vielleicht nicht zum guten Stil des zukunftsdenkenden Menschen gehört… (Oder dass man darüber zumindest nachdenken sollte?) Intuitiv erfahre ich nicht, dass in der gesamtgesellschaftlichen Debatte das Skifahren als „böse“ gebrandmarkt würde. Die normale Reaktion auf einen Skiurlaub ist doch: „Wow, cool, und wie wars in den Bergen? Hattet ihr guten Schnee?“ Bei mir ist das aber meistens anders. Wenn ich gefühlt den Moralapostel raushängen lasse (was nie meine Absicht ist), dann muss man mir offenbar vorhalten, dass das mit der Nachhaltigkeit eben nicht so einfach ist. Was auch stimmt (s. auch die Krux)! 😉

Ja zum Anfangen!

Natürlich ist individuelles nachhaltiges Verhalten sehr komplex! Es ist ganz schön schwierig, immer und überall auf alles zu achten: Emissionen, faire Arbeitsbedingungen, kulturelle Förderung, Verhinderung von Bodenerosion und langen Transportwegen und so weiter. Aber das heißt ja nicht, dass man nicht trotzdem schonmal anfangen kann! Darf ich denn nicht Bio-Wein trinken, FairTrade-Kaffee kaufen und einen nachhaltigen Lebensstil propagieren, nur weil ich andererseits ja Ski-Fahren gehe? Ich finde, ich darf (s. auch die super Kolumne von Fred Grimm zur Bio-Lüge-Lüge). Ich finde, dass jede Aktion für die Nachhaltigkeit zählt. Jeder gekaufte Liter Bio-Milch ist im Vergleich zu seiner 45 ct „Normalo-Schwester“ ein guter Liter. Jede Zugfahrt im Vergleich zum Flug eine gute Tat. Und jeder schöne Nachmittag mit Freunden im Park um die Ecke eine super Sache (übrigens eine ziemlich nachhaltige Aktivität, keine Emissionen, kurzer Anfahrtsweg, „sozialen Wert schaffend“, Entspannung, Freude – perfekt begleitet von einem Bio-Bier 😉 ). Natürlich ist es nicht egal, wie man sich darüber hinaus verhält, aber dennoch wäre es schade, wenn man nur, weil man nicht 100%ig ökorrekt lebt, gar nicht mehr über die klasse Möglichkeiten eines solchen Lebens reden dürfte. Nachhaltigkeit ist ja mehr als die CO2-Bilanz, sie hat etwas mit einem insgesamt zukunftsfähigen Lebensstil zu tun, in dem Wohlstand nicht nur über das Kriterium des BIPs berechnet wird (s. auch Vorschläge zu beyond GDP).

Nachhaltigkeit ist Lebensfreude

Ich selbst bin sogar bei Flugreisen manchen Menschen gegenüber sehr zurückhaltend, daran direkt etwas auszusetzen. Z.B. sind das Leute mit nicht viel Geld, die sich einfach einmal leisten können möchten, Wien zu sehen, was sie sich mit der Bahn nicht hätten leisten können. Das ist ja prinzipiell erstmal was Schönes: Wien ansehen. Man sollte aber nicht hinfliegen. Genau so ist es einfach ein tolles Gefühl, in den Bergen zu sein, die frische Luft zu atmen und den Berg hinunterzufahren. Sollte man eigentlich auch nicht.

So simpel ist das alles nicht. Nur weil etwas viele CO2-Emissionen ausstößt oder der Natur auf irgendeine Weise Schaden zufügt, ist es nicht unbedingt ohne einen Gedanken darauf zu verwenden zu verteufeln. Im Endeffekt geht es in der Nachhaltigkeit darum, wie wir mit mehr als sieben, acht oder neun Milliarden Menschen, die alle noch sehr viel mehr konsumieren werden als wir das heute schon tun, noch glücklich auf dieser Erde Leben können. Glücklich, zufrieden, angenehm – das seien hier einmal die Begriffe, die für die sicheren Lebenszustände stehen, nach denen fast jeder Mensch strebt. Für viele ist das erstmal, etwas zu Essen zu haben und ein Dach über dem Kopf in einer sicheren Lebensumgebung. Denn so etwas macht das Leben angenehm. Wenn man diesen Komfort hat, dann kann man sein Leben „gestalten“: mit Bildung, sich Gedanken über einen interessanten Job machen, schöne Hobbies unternehmen, Musik machen, bei sportlichen Kicks Freude finden, sich mit anderen treffen – Spaß am Leben haben… ähem… Ski fahren! Dieser ganze Luxus bringt wiederum viele Emissionen mit sich, aber die Nachhaltigkeit lässt sich eben nicht nur auf unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren.

Es geht im Kern um ein glückliches Leben von Mensch und Natur zusammen, die berühmten sozialen, öklogischen und ökonomischen Dimensionen der Nachhaltigkeit. Und Menschen, die alles, was ihnen Freude macht, ablegen müssen, haben keine Lebensfreude mehr – was auch absolut nicht das Ziel einer nachhaltigen Lebensweise ist (Heute nutze ich das Wort Nachhaltigkeit aber doch sehr oft… sorry, das muss leider mal sein).

Mein Fazit: Das Leben ist ein tolles Geschenk – vor allem hier bei uns „im Westen“. Wir können fast alles machen, was wir wollen. Bei vielen Dingen können wir dabei mittlerweile schon sehr einfach auf eine schicke „grüne“ Alternative ausweichen (s. auch dasselbeingrün) – bei anderen nicht. Auf diese muss man wohl oder übel (zumindest im Übermaß) verzichten, wenn man wirklich ökorrekt leben möchte.

Dazu gehört leider das Skifahren – was ich persönlich sehr schade finde…

katha in Hamburg

Über Silvester gab es für mich einen kleinen privaten Roadtrip über Berlin nach Hamburg und zurück nach Köln. Während wir mit schlechtem Ökogewissen (das Benzin, das Benzin) und gleichzeitig einem wunderbaren alten VW-Bus und tausend super Songs genüsslich durchs Land fuhren, habe ich ein paar kleine grüne Geschichten entdeckt. Berlin ist eh die Ökohauptstadt der BRD, daher nun hier ein paar kleine Fundstücke aus Hamburg.

Moin!

Ich war zum ersten Mal in der Hansestadt und vor allem vom Schanzen- und Karoviertel und von St. Pauli „grün“ beeindruckt. Obwohl man auch im Zentrum nicht um die wahre Zukunft herumkommt, so z.B. im Schaufenster des Segway Shops: ein ziemlich cooles E-Bike sieht da ein jeder, der was auf sich hält (s. Foto). Aber mit 3.999 € ist das Elmoto dann leider für mich und vielleicht für manche von euch dann doch eher noch ein Zukunftstraum der urbanen Mobilität… (Wie bereits geschrieben, finde ich E-Bikes als Alternative super, denn man kann das Treten einfach einmal sein lassen, wenn man unverschwitzt auf der Arbeit erscheinen möchte. So braucht man wirklich kein Auto mehr!)

Bio-Restaurants im Schanzenviertel

Im Schanzenviertel, einem sehr gemütlichen Viertel, gabs dann im Schanzenstern – unserem Hotel – wunderbares Bio-Essen, Bio-Bier und das Ganze alles genossenschaftlich geführt. Ein angenehmer Aufenthalt mit tollem Bio-Frühstücksbuffet. Auf unseren Spaziergängen durch die „Schanze“ findet man wie selbstverständlich Second-Hand-Läden, leckere vegane Kost und allgegenwärtig sind alternative (politische) Sprüche. Bspw. diesen „herz“-lichen Spruch im Schaufenster eines kleinen gemütlichen Ladens.

Und erneut „glöten die Locken“

Worüber ich mich besonders gefreut habe, war das unverhoffte Wiedersehen mit Lockengelöt (s. auch „FairLiebt in Glücksstoff“ hier auf kathas welt) beim abendlichen Schlendern (ok, es war eine Kneipentour… 😉 ) in St. Pauli. Von diesen wunderbaren Recyclingherstellern hatte ich schon auf der Ökorausch im Oktober in Köln einen tollen Schlüsselroman (meinen „Schufti“) erstanden, und nun konnte ich mir im Schaufenster erneut die inspirierenden Ideen der „Gelötemanufaktur“ ansehen, z.B. supercoole Schränke aus ehemaligen Ölfässern. Aber auch Teller aus Schallplatten oder Postkarten aus Plattencovern gibt es da. Besucht einfach mal den (Online)-Shop, und wenn ihr das Glück habt in Hamburg zu sein: Geht zur Wohlwillstr. 20.

Überraschung: das Plus-Energiehaus in HH

Auf dem Weg in die Kunsthalle (megatolle Ausstellung von Sigmar Polke derzeit: „Wir Kleinbürger!“) sind wir über das Plus-Energie-Haus gestolpert, welches gerade eine Rundreise durch Deutschland macht. Dieses gibt es offenbar nicht nur in der Version von Solarpionier Rolf Disch, den ich vor kurzem noch beim Utopia-Award 2009 kennenlernen durfte, sondern auch als Modell der TU Darmstadt, die mit ihrem Bau bereits 2007 und nun erneut 2009 den Solar Decathlon in Washington D.C. gewonnen hat. Eine superspannende, zukunftsweisende Bauweise: ein Haus, das mehr Energie abgibt, als es verbraucht. Und mit dem Decathlon gibt es da sogar einen unglaublich coolen Wettbewerb zu.

Auf der Reeperbahn…

…habe ich dann außer Kicker spielen (was ein sehr nachhaltiger Sport ist, denn man muss dazu nicht ans andere Ende der Welt fliegen, sondern kann direkt zur benachbarten Kneipe des Vertrauens gehen) und was man sonst do auf der Reeperbahn erkundet, nicht viel „Grünes“ entdeckt. Das wird meine Aufgabe beim nächsten Hamburgbesuch. Und dann ist es vielleicht auch mal nicht „nachts um halb eins“ dort… 😉

Ahoi! Eure Katha

Such dich grün

Letztens hat www.forestle.org als „grüne Suchmaschine“ den Utopia-Publikums-Preis erhalten, worüber ich mich sehr gefreut habe. Seit ein paar Monaten nutze ich forestle, denn man kann pro Suche 0,1 m2 Regenwald schützen – und weil ich sehr oft das Internet durchsuche, kommt da so einiges zusammen. (Außerdem muss man als Nutzer wirklich GAR NICHTS an seinem Verhalten ändern, was mir als fauler Spezies Mensch sehr entgegen kommt 😉 ).

Schaut ein Video zur Erklärung

Nun hat mir ein Freund ecosia empfohlen, auch eine „grüne Suchmaschine“, bei der man nun aber sogar zwei m2 Regenwald pro Suche bzw. Klick auf eine Werbung schützt. Welche der beiden nun „besser“ ist, muss jeder für sich selbst herausfinden, aber empfehlen möchte ich das Video, in dem ecosia erklärt, wie das mit den grünen Suchmaschinen so funktioniert:

Oder auf Englisch:

Unsere Kleine Welt

Die wunderbare Reise eines Hähnchens und einer Wasserflasche (und überhaupt geht es hier um alles)… Angesiedelt bei den Hansens im Schrebergarten. Viel Spaß beim Schauen! 😉

Chapeau, wie man alles, worums heute geht, in 4 Minuten unterbringen kann!

Die Macher hab ich letzte Woche bei der Jahrestagung des Rats für Nachhaltige Entwicklung in Berlin getroffen. Sie kommen von der FH Augsburg und zeigen als „bunch of monkeys“ noch viele andere spannende Projekte, wie z.B. den Big Brother State. Filme sind einfach ein super Medium, um auf Themen aufmerksam zu machen!

Passend zum Video „Unsere kleine Welt“ (ich hoffe, sie kennt es 😉 ) hat Frau Merkel auf der Jahrestagung gesagt: „Nachhaltiges Denken muss zur puren Selbstverständlichkeit werden.“ Da stimme ich ihr voll und ganz zu. Die Hansens aus dem Film haben da allerdings noch einen weiten Weg vor sich… „Bon appetit!“