kathas welt

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Archiv für Finanzen

Video: Money rules the world – who rules the money?

Heute gibt es keine großen Reflektionen von mir, sondern den Hinweis auf ein schickes Video. In meinem Job am Institute for Social Banking hatten wir dazu aufgerufen, sich mit kreativen Beiträgen zum Thema „Money rules the world – who rules the money?“ auf einen freien Platz für die 4. Internationale Summer School on Social Banking im Juli in Canterbury zu bewerben.

Dies ist das Gewinnervideo von Eva Wascher von der Universität Greifswald.

Besonders gefällt mir, dass das Video nicht nur systemisch an die Frage herangeht, sondern dass Eva mit Menschen auf der Straße über das Thema Geld spricht. Denn Geld wächst weder an Bäumen, noch ist es ein Naturgesetz, dass wir einfach so hinnehmen müssen. Eigentlich ist es ein menschliches, auf jeden Fall von uns selbst gemachtes, soziales und natürlich auch sehr nützliches Medium. Allerdings reden wir zu wenig darüber, was es eigentlich sonst für Auswirkungen auf uns und auf die Wirtschaft hat. „Über Geld spricht man nicht!“, das ist noch ganz tief kulturell in uns verankert. Aber wie sollen wir ohne uns zu unterhalten verstehen, was Spread Ladder Swaps, CDOs und ETFs etc. sind? Diese Finanzinstrumente scheinen ja ganz reale Effekte zu haben, aber ich wette, die wenigsten haben eine Ahnung, was wirklich dahinter steckt. Und auch ganz alltäglich haben wir immer und überall mit Geld zu tun, aber denken wir eigentlich wirklich darüber nach? Sonst reden wir doch auch über alles, womit wir viel zu tun haben. Hey, lasst uns mehr über Geld reden! 😉

Als Beginn könnt Ihr Euch ja einmal fragen, was ihr Eva im Video auf ihre Fragen geantwortet hättet…

Herzlich, Eure Katha

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Die Werte im Bankwesen

Liebe Freunde, eine Weile habe ich nichts mehr geschrieben. Das liegt nicht daran, dass ich nicht täglich in kathas welt lebe, sondern dass meine Welt derzeit mit so vielen Projekten angefüllt ist… Da bei mir ja so ziemlich alles mit nem delüxen, nachhaltigen Lebensstil zu tun hat, passen schönerweise auch diese Dinge perfekt in kathas welt. 😉

Heute: Die Werte im Bankwesen

Um die geht es beispielsweise in der 3. internationalen Summer School on Social Banking, die ich vom 18. bis 23. Juli in Florenz moderiere. Werte? Da denken viele von Euch sicherlich an normative Werte wie Vertrauen, Ehrlichkeit usw. Nicht so ist das aber in der Wirtschaft und speziell im Finanzsektor. Ulrich Thielemann, Vize-Direktor des St. Galler Instituts für Wirtschaftsethik, schreibt in seinem (trotz des mir etwas zu reißerischen Titels außerordentlich empfehlenswerten!) Buch „System Error – Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt„: „Wenn die freie Finanzgemeinde von ‚Wert‘ spricht, meint sie einfach finanzielle Werte: Geld beziehungsweise Kapital.“ So ist es. Und bei besagter Summer School, auf der neben 32 anderen (s. hier die Speaker Sektion im Summer School Reader) Ulrich Thielemann schönerweise als Referent dabei ist, behaupten wir, dass am Kapitalmarkt vor allem auch Werte wie Vertrauen, Fairness, Transparenz und Dialog wichtig sind.

Für mich ist Vertrauen das „Kapital“ der Banken, wie ich auch in einem Essay „Über die Werte im Benkwesen“ geschrieben habe (hier könnt ihr das runterladen). Und das ist auch überhaupt keine Neuigkeit. Eigentlich wissen es alle. Stephen Green, der Chef der HSBC Group, weiß das natürlich auch, wenn er sagt, dass das „Vertrauen ein wesentliches Merkmal einer gesunden Wirtschaft und Gesellschaft ist“ (hier gehts zum Download seines Vortrags).

Aber dennoch ist de facto der Wert im Finanzwesen rein numerischer Natur. Bei Geld gehts um Geld. Punkt. Aber ist das so? „Einkommen werden nicht auf dem Mond gemacht“, schreibt Thielemann. Kann ein rein auf finanziellen Werten basiertes Finanzwesen, das die Verknüpfung zu realen wirtschaftlichen Aktivitäten aus den Augen verliert, Vertrauen schaffen? Oder bedarf es da nicht eher der oben genannten Werte wie Transparenz und Dialog?

Mensch, ich freu mich, darüber und über Social Banking als Lösungsansatz ab nächstem Sonntag in 6 coolen (bzw. wahrscheinlich sehr heißen 😉 ) Tagen in Florenz zu diskutieren. Übrigens: Wenn ihr 2011 bei der Summer School (dann in Canterbury in England) dabei sein wollt (Vorläufiger Titel: „Money rules the world – who rules the money?„), könnt ihr einfach eine Mail an summerschool@social-banking.org schreiben und ihr kommt auf die Info-Liste.

Und was meint ihr zu den Werten im Bankwesen? Fände echt spannend, ein paar Kommentare von Euch zu lesen!

Eine weitere spannende Frage ist auch super wichtig: Wie verändert eigentlich die digitale Welt unser Geld- und Bankensystem?!? Was meint ihr? (Überlegungen gibt es da z.B. von Lothar Lochmaier in seinem Blog Social Banking 2.0 – und natürlich – wie könnte es anders sein? – kommt auch er zur Summer School… 😉 )

Herzlichst, Eure Katha

Wir sind das Geld!

„Warum kann ich wissen, welcher kleinste Bestandteil in meinem Essen drin ist, aber nicht, welche Menschen und Projekte mit meiner privaten Rentenversicherung finanziert werden?“ Diese und weitere Fragen durfte ich mir für die Zeitschrift Info3 stellen und darf den Artikel coolerweise nun auch hier veröffentlichen.

Wir sind das Geld!

Hält man sich wie ich viel in der „Nachhaltig- keitsszene“ auf, ist das nichts Neues: Es gibt öko-soziale Banken, die ausschließlich und für alle transparent in Bio-Läden, erneuerbare Energien oder Kultur investieren. Was das Geld da macht? „Sinn“, heißt es in der aktuellen Kampagne der GLS Bank. Ja, das finde ich auch. Ich finde, es macht grundsätzlich Sinn, sich damit auseinanderzusetzen, was mit unserem Geld geschieht – auf der Bank und bei der Geldanlage. Denn mit Geld gestalten wir die Gesellschaft.
Außerhalb besagter „Öko-Szene“ jedoch ist man als Mensch, der so ein soziales Bankwesen sinnvoll und auch einfach logisch findet, oft eine ziemliche Außenseiterin, die zweifelndes oder staunendes Stirnrunzeln hervorruft. Hierzu zunächst zwei Szenen aus meinem Leben […]

Weiterlesen?

Zum Weiterlesen könnt ihr den Artikel hier herunterladen: Wir sind das Geld!.

Viel Spaß dabei und ich freue mich sehr auf Euer Feedback!

Herzlich, Eure Katha!

„Am Ende gewinnt immer die Bank.“

Das ist der Schluss, zu dem Kerstin Kohlenberg, Mark Schieritz und Wolfgang Uchatius in ihrem wirklich sehr empfehlenswerten ZEIT-Artikel „Als das Geld vom Himmel fiel“ vom 14. Januar 2010 kommen. Es geht darum, was eigentlich aus den Geldrettungspaketen der Zentralbanken geworden ist.
Grobes Fazit: Ohne dass die Europäische Zentralbank (EZB) am 24. Juni 2009 1,5 Billionen Euro Geld geschaffen hätte, wäre die Krise wahrscheinlich noch viel schlimmer gekommen. Gleichzeitig ist aber von dem Geld auch nicht wirklich etwas bei der „Realwirtschaft“ angekommen. Das Geld bleibt im Geldkreislauf der (Investment-)Banken und BankerInnen; macht Superreiche immer reicher, sodass sie an die Grenzen der Konsumsteigerung kommen und den Kapitalismus gar nicht noch mehr ankurbeln können; und es fördert leider eben nicht, dass die Ottonormalmenschen wie viele von uns wirklich von der Geldspritze profitieren (was eben dazu führen könnte, dass unsere Wirtschaft durch unser Kaufen wieder stimuliert würde) – vielmehr müssen wegen der enorm gestiegenen Staatsausgaben durch die Krise nun die öffentlichen Angebote wie Theater oder Schwimmbäder leider reduziert werden.
So, genug von mir. Besser und klarer als die drei Autoren kann ich das in der Kürze eh nicht beschreiben ;). Schaut euch diesen wirklich guten, informativen und leicht lesbaren Artikel einfach einmal an. Es lohnt sich!

Mach’s doch anders…

Wer eine ganz alltäglich Alternative fürs Bankgeschäft sucht: Es gibt Banken wie die GLS Bank oder die Triodos Bank, die andere Wege aufzeigen, wie wir mit Geld umgehen können, beispielsweise mit gezielten Krediten an Biobauernhöfe oder Windparks. Und wenn ihr euch ein wenig ausführlicher mit dem Thema Bankwesen auseinandersetzen möchtet, seid ihr herzlich eingeladen, an der „3. International Summer School on Social Banking“ vom 18. bis 23. Juli 2010 in Florenz (si! in Bella Italia!) teilzunehmen, Motto: „Banking on values – what values?“. Da könnt ihr Themen wie Mikrofinanz, Social Banking im Web 2.0, ethisches und islamisches Bankwesen oder auch Bankwesen als Allgemeingut diskutieren.

Natürlich bei leckerem Bio-Wein in der schönen Toskana… So schön könnte es sein, wenn „die Bank gewinnt“! 🙂

Treffe den Happy Planet

www.happyplanetindex.org

Nächste Woche wird es spannend: Ich werde in London Leute von der New Economics Foundation treffen, die unter anderem den „Happy Planet Index“ entwickelt haben. Dieser Index bewertet Länder nicht wie das sonst immer gemacht wird (Stichworte „Exportweltmeister“ und „Bruttoinlandsprodukt„) nach ihrer wirtschaftlichen Leistung, sondern danach, wie lang Menschen dort glücklich leben und wie groß ihr ökologischer Fußabdruck ist.

Mehr Geld macht nicht immer glücklich

Das hört sich natürlich ein bißchen verrückt an, hat aber international schon viel Anerkennung gewonnen. In Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit (wir in Deutschland leben z.B. so, als hätten wir mehr als drei Erden zur Verfügung) ist es sinnvoll, sich einmal Gedanken darüber zu machen, wie man „lebenswert“ eigentlich definiert und wie man das misst. In den bisherigen Rankings wird Zufriedenheit und Wohlstand meist über die Einkommenshöhe gemessen, aber es ist ja berechtigt zu fragen, ob die stetige Steigerung des Geldes auf dem Konto auch wirklich zu einer stetigen Steigerung des „Wohlstands“ führt. Die „Glücksforschung“ hat herausgefunden, dass ab einem bestimmten Einkommen (bei uns ca. 20.000 € im Jahr) die Steigerung des Gehalts nicht mehr mit einer Steigerung des Glücksempfindens einhergeht (und ein weiterer Link dazu). Also braucht man offenbar noch andere Faktoren außer dem Einkommen, um zu erforschen, wie wir „gut“ leben können. Der Happy Planet Index macht da wie ich finde einen Schritt in die richtige Richtung.

Oxford

Bild 3Außerdem werde ich nächste Woche an der Uni Oxford eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie kann verantwortliches Investment Finanzkrisen vermeiden?“ moderieren. Ich bin sehr gespannt, was bei der Diskussion heruaskommt. Dabei sind Vertreter von UN PRI, delsus und der Uni Oxford und wir werden uns stark darauf konzentrieren, nach konkreten Lösungen zu suchen. Für Studenten besteht im Anschluss die Möglichkeit, ein oikos Local Chapter an der Uni zu gründen, um sich direkt aktiv für nachhaltiges Wirtschaften einzusetzen.

Bin schon sehr gespannt, was da auf mich zukommt! Herzlich, eure Katha

Bankgeheimnis – oder doch nicht?

banksecretsUnter www.banksecrets.eu könnt ihr tolle Dinge über die Investitionen einiger Banken erfahren. Eine Internetseite, auf der man sich direkt ein bisschen aufregend konspirativ vorkommt… Hilfreich: Eine Checkliste mit möglichen Fragen für das Gespräch mit deiner Bank.

Man könnte sicherlich noch mehr Informationen auf www.banksecrets.eu stellen, aber sie ist schon wirklich ein klasse Anfang, um sich mal kritisch mit seiner eigenen Bank auseinanderzusetzen. Und die entscheidende Frage zu stellen: Was macht die Bank mit meinem Geld? Und warum erzählt sie mir nichts davon?

Es geht doch auch anders…

„Nachhaltigkeit bekommt ein Zuhause“ – Irrungen und Wirrungen im Finanzsektor

Greenwashing der feinsten ArtUi, es schaudert mich, wenn mir auf der Homepage der Deutschen Bank dieses Zitat ins Auge hüpft: „Nachhaltigkeit bekommt ein Zuhause“… Da darf man ruhig fragen: Seit wann ist die Deutsche Bank ein Synonym für Nachhaltigkeit? Es ist nämlich die Deutsche Bank, die da in Frankfurt gerade „ein neues Zuhause“ bekommt und nicht – wie das Sprüchlein suggeriert – die liebe, gute, alte, grüne, heiß diskutierte und viel hinterfragte Nachhaltigkeit.

öko-lügeWer Stefan Kreutzbergers sehr, sehr empfehlenswertes Buch (mit dem leider irre führenden Titelbild) „Die Öko-Lüge“ gelesen hat, diagnostiziert ohne mit der Wimper zu zucken: Das ist „Greenwashing“! (Zu den sechs Merkmalen von Greenwashing gehts hier. Im Buch ist dem Thema „Greenwashing“ das erste Kapitel gewidmet.)

Eine ganz wichtige und richtige Frage wird ganz im Gegensatz zur genannten Bank unter http://www.gruenes-geld.de/ gestellt, nämlich: „Was passiert eigentlich mit meinem Geld?“ Wer das wissen möchte, hat derzeit noch einige Schwierigkeiten zu bewältigen… Erstmal gehen 19,9 % des Otto-Normal-Einkommens (wie dem meinen) in die Rentenversicherung. Aha. Was passiert denn dort? Die Renten-Fonds legen das Geld an. Und leider, leider achten sie dabei nur auf die Rendite (das ist natürlich auch wichtig – sonst hätten wir ja noch weniger Rente -, sollte aber nicht das einzige Kriterium für Investment sein. Mit Investment kann man schließlich ungemein viel beeinflussen, hat also Macht, etwas zu verändern).

Was machen die da mit meinem Geld?!?

Tja, und so kann es kommen, dass ich mir den Film „Let’s make money“ ansehe und nicht glauben kann, wie die Investoren gigantische Geisterstädte mit Wasser verschlingenden Golfplätzen in Spanien gebaut haben (und bauen!), in denen nun keiner Ferien machen will und die eine große Mitverantwortung für die Verwüstung Spaniens tragen. Ich war aber gleichzeitig ziemlich wahrscheinlich mit meinem Renten-Fonds an deren Bau beteiligt.

Hilfe! Mich schaudert…

Hoffnung bietet da nur ne richtig gute Bildung, die einem hilft, etwas auch im goßen Spiel zu verändern (Apropos Spiel, der Ökonom Keynes, der heutzutage wieder als Lichtgestalt aus der Mottenkiste gezogen wird, hat ein unreguliertes Finanzsystem, wie wir es heute haben, übrigens als Kasino bezeichnet). Da kann ich mal wieder als Einstieg Caspar Dohmens Buch „Let’s make money“ empfehlen. Oder eben die neue Ausgabe der „Aus Politik und Zeitgeschichte“ zu Geld.

Und glücklicherweise gibt es ja auch noch den Netto-Lohn und unsere Freizeit, über deren Verwendung wir selbst bestimmen können! Und um da ein bisschen schlauer zu werden, wie man verantwortlich handeln kann, gibts www.utopia.de, www.karmakonsum.de und einige andere, darunter auch die kleine kathas welt… 😉