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Archiv für Mobilität

Fliegen oder Freundschaft?

Fliegt ihr? Wie oft? Privat oder beruflich? Fliegen ist oft so praktisch, manchmal unumgänglich, nur leider eine der fiesesten Komponenten unseres persönlichen ökologischen Fußabdrucks und daher hab mir vor einiger Zeit mal überlegt, dass ich in Europa nicht fliege. Und habe entdeckt, dass es auf der Welt sehr viele wunderschöne Orte zum Urlaub machen gibt, die ich ohne Flugzeug erreichen kann.

Istanbul auf dem Landweg

So war ich im Sommer 2009 in Istanbul – aber eben auf dem Landweg. Mann, war das eine unglaublich schöne Reise. Durch den gerade unabhängig gewordenen Kosovo, das wunderschöne Montenegro und vorbei an den atemberaubenden Meteora-Felsen in Nordgriechenland. Nicht nur er“fährt“ man auf dem Landweg Gegenden, die man anstonsten nicht sehen würde, ich persönlich fand auch die Erfahrung, dass Istanbul eben nicht nur 2-3 Stunden, sondern ein paar Tagesreisen entfernt ist, superschön. Man nähert sich peu à peu der östlichen Kultur an, sukzessive ragen mehr Minarette in den Himmel und auf einmal sitzt man auf halbem Weg im spannenden Sarajevo – zwischen internationalem Filmfestival und östlichem Basar.

Beste Freundin in Südafrika – was tun?

Bei einem „nachhaltigen“ Lebensstil geht es eben nicht nur darum, möglichst umweltfreundlich zu leben. Es geht auch um das Soziale und Menschliche (Man spricht auch von den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Mensch/Soziales – Natur/Ökologie – Wirtschaft). Ich habe nun blöderweise etwas studiert, das meine Freunde immer wieder für längere Zeit ins Ausland treibt (Regionalwissenschaften treibt die Leute oft in die Entwicklungszusammenarbeit). Was mache ich also, wenn meine beste Freundin in Südafrika lebt? Und das seit 2einhalb Jahren und noch für die nächsten 3 Jahre… Ihr wisst sicher, dass es total wichtig für Freunschaften ist, dass man weiß, in welcher Umgebung der Freund / die Freundin sich so aufhält: wie die Lieblingskneipe, die man nur aus Erzählungen kennt, aussieht; wie die Menschen vor Ort in „echt“ sind, von denen man nur am Telefon hört; wie die Wohnung riecht, die man bisher nur durchs Video-Skypen gesehen hat.

Regeln darf man auch mal brechen, wenn man es bewusst macht

Und so habe ich mich schweren Herzens dazu entschieden, meine Nicht-in-Urlaub-fliegen-Regel zu brechen und war im Januar für 3 Wochen in Südafrika und mit Anne in Mosambik. So habe ich meinen ökologischen Fußabdruck völlig desaströs erhöht. Mein Zufriedenheitskonto hat sich allerdings stark aufgeladen, da Freunde nunmal das Schönste auf der Welt sind. Es gibt wie so oft kein Schwarz und Weiß im Leben… Daher halte ich auch nichts von der alten Öko-Null-Toleranz gegenüber Menschen, die manchmal fliegen.

Ich finde allerdings, dass wir uns durchaus überlegen sollten, ob man die Steuerbefreiung von Kerosin weiter aufrecht erhalten sollte und wie man es schafft, dass Zugfahren günstiger wird als ein Billigflieger. Außerdem darf man sich ruhig bewußt die Frage stellen: Muss ich da wirklich hin fliegen oder gibt es nicht einen besseren Weg? Während man nach Südafrika nunmal einfach fast nur mit dem Flugzeug kommt, kann ich beispielsweise London (wo ich gerade sitze) auch super mit dem Eurostar erreichen. Für 59€. In 4einhalb Stunden von Köln aus. Wusstet ihr das? Oft gibt es eben doch gute Alternativen. Und ich darf sogar meine Wasserflasche mitnehmen. Das ist sooo viel angenehmer als das ganze Prozedere am Flughafen. 😉

Nelson Mandela…

Noch einmal zurück zu Südafrika. Natürlich haben mich auch sonst viele Erlebnisse dort stark bereichert. Vor allem der Mann, der das Land in den letzten Jahrzehnten stark geprägt hat, Nelson Mandela. Ein Zitat hat mich besonders inspiriert: „Eines der schwierigsten Dinge ist nicht, die Gesellschaft zu verändern, sondern sich selbst.“

Hierum stets bemüht,

Eure Katha

Starbucks oder nicht Starbucks – das ist hier die Frage!

Meine Wenigkeit fährt häufig mit dem Zug. Auch wenn ich mir noch so oft morgens meinen Kaffee koche und in meiner funky Thermotasse mitnehme, irgendwann stehe ich doch an einem Bahnhof, die Tasse bereits leer (es sind ja auch ein paar Stündchen später), und möchte einen Kaffee trinken. Das heißt kaufen. Da habe ich eine Riesenauswahl: Mr. Clou, Mr. Wrap, Mr. was auch immer, Kamps, ein regionaler Bäcker, Ditsch, McDonalds, Le CroBag, Starbucks: Alle buhlen sie um meine Euros für ihren Kaffee.

Lokal und klein vs. global und groß

Natürlich gefällt mir da aus dem Bauch heraus der regionale Bäcker am besten. Aber halt! Der hat keinen FairTrade Kaffee. Sollte ich da nicht lieber zu Starbucks gehen, wo mittlerweile alle Kaffees fair gehandelt sind? Mal wieder ein fieser Konflikt in meinem Öko-Herz. Klein gegen groß, regional gegen global, nicht fairtrade gegen fair gehandelt. Wobei ja vielleicht die Arbeitsbedingungen bei dem regionalen Bäcker fairer sind als die bei Starbucks – so auf die ganze Welt gesehen verteilt. Also auch noch Nord-fair gegen Süd-fair? Das ist aber nur eine Annahme die ich treffe, weil ich großen Ketten wie Lidl oder Schlecker kritisch gegenüber stehe was die Behandlung ihrer MitarbeiterInnen angeht – da hat man als große Firma einfach mehr Druckmöglichkeiten als als kleine. Aber darf man alle in einen Topf schmeißen? Bestimmt nicht.

Die Qual der Wahl

Was mache ich jetzt also? Ja!-Kaffee beim lokalen Bäcker oder Fair Trade Kaffee bei Starbucks?

Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Eure Katha

ps: Natürlich kann man sich bei den Unmengen an virtuellem Wasser, die eine Kaffeetasse mit sich bringt, fragen, ob man überhaupt Kaffee trinken sollte… (mehr dazu hier) Dahin ist es aber sogar bei mir als Öko-junkie noch ein weiter Weg. Daher möchte ich zumindest – wenn ich schon Kaffee trinke – den Richtigen trinken!

pps: Und noch eine Frage: Wenn man sich die Starbucks „Shared Planet“-Seite ansieht, frage ich mich: Ist das nur CSR („Corporate Social Responsibility“, sprich einfach Kommunikation und keine wirkliche Änderung in der Merhheit der Handlungen) oder ist da wirklich etwas dran? Hier gehts zur Seite.

Urlaub an der Ostsee

Ihr Lieben, trotz Urlaub und der Beendigung einer tollen Summer School (Berichte siehe hier) habe ich derzeit nach wie vor sehr, sehr viel am Institute for Social Banking um die Ohren (s. kathas „professionelle“ Welt). Dass ich schon seit Wochen wieder was Hübsches berichten will, geht leider manchmal unter. Jetzt ist es aber endlich so weit!
Es ist Sommer 2010 und katha macht Urlaub an der Ostsee. Dieses Ziel war für sie als moderne Kosmopolitin bisher – sagen wir mal – „subinteressant“. Früher ging es eher nach Panama, Kuba, Istanbul oder wenigstens nach Italien. Aber Urlaub in Deutschland? Und dann noch an der Ostsee? Das klang ganz schön unattraktiv.

Ab nach Usedom

Nun bin ich aber endlich dem Ruf des verantwortungsvollen Reisens gefolgt (bzw. dem Ruf einer guten Freundin 😉 ) und war mit drei coolen Mädels auf Usedom. Wer weiß, dachte ich mir, ob das nicht auch mal interessant sein kann… Zelt, Schlafsack, Isomatte, Sommer- und auch Kleidung für Regen, Bücher, Wein, Musik und gute Laune eingepackt – und ab in den Zug Richtung Zempin. Außerdem ausgerüstet mit einer Menge Vorurteilen: „Da gibt es ja nichts zu sehen“, immer regnet es, es ist kalt und langweilig ist es sowieso. Dennoch: Probieren geht über Studieren.

Bilanz eines Trips an die Ostsee

Mann, sind wir nachhaltig! Und was hat es dann doch für einen Spaß gemacht. Hier die Bilanz:
Anreise:
Zug (zumindest ich). Spaßfaktor: genial, denn keine Wartezeiten am Flughafen und man hat von Start bis Ankunft Zeit zu lesen, Musik zu hören oder einfach in die Landschaft zu schauen.
Übernachtung:
„energiesparend“ im Zelt. Mit meiner Luftmatratze sogar Rückenschmerzen frei. Außerdem kostengünstig: Man hat mehr Geld für leckeres Essen. Außerdem ist ein gemütliches Frühstück in der Natur auf dem Zeltplatz durchaus lustig.
Essen:
Neue Entdeckung: Bio-Schmalz (schmeckt wirklich!) von REWE. Außerdem das „Kleine Piratenfrühstück“ in der „Spelunke“, unserem Campingplatz-Restaurant… 😉
Taggestaltung:

Strandspaziergang, Schwimmen, Sonne auf den Bauch scheinen lassen, Zeitungen und Bücher Lesen, Karten spielen, Bier trinken, reden. Ökologischer Fußabdruck = quasi 0, Spaßfaktor = 10. Wir hatten nur einmal Regen und an diesem Tag, der meine Vorurteile natürlich stark bestätigte, haben wir es uns einfach in der Ostsee-Therme gut gehen lassen. Ich gebe zu: Da ist die Energiebilanz eher subgut. Aber krank zu werden im Regen ist ja auch keine Alternative…

Abendgestaltung:
Essen gehen. Wundervollen, frisch gefangenen Fisch. Die „hippe“ ehemals berühmte Ost-Band „Karussell“ auf dem Camping-Platz-Platz anhören oder am Kiosk „Utkiek“ (Ausblick) noch einen Küstennebel trinken und mit den Einheimischen „schnacken“ (Spaßfaktor mindestens 10 Millionen). Auch lustig die Kinderdisko mit Stopp-tanzen auf unserem Camping Platz. Da werden Kindheitserinnerungen wach… Und außerdem 90er Jahre Musik, die dann doch irgendwie äußerst amüsant ist. Gerade auch, wenn die Erwachsenen auch bis Mitternacht auf ihre Kosten kommen.  Klar geht es auch „rockiger“, was die Abendgestaltung angeht. Aber um einfach einmal auszuspannen war das so perfekt.

Das Gute liegt so nah

Insgesamt muss ich sagen: Ich habe es SEHR genossen. Und kann einen Urlaub im Heimatlande außerordentlich empfehlen. Natürlich nur mit guten Freunden. An dieser Stelle herzlichste Grüße an Hanna, Meike und Rike.

Die moderne Kosmopolitin von heute weiß: Das Gute liegt so nahe.

Eure Katha
ps: Wo wart ihr im Urlaub? Gibt es was Schönes zu erzählen?

Das mit dem Skifahren

Vorletztes Wochenende war ich im Allgäu Ski-Fahren. Ein Dilemma für den ökorrekten Menschen.

Die erste Reaktion von meinen Leuten ist häufig: „Jaja, Katha, das ist ja totaaaal nachhaltig…“ Ich finde auch nicht, dass sich das so besonders nachhaltig anfühlt. Fünfeinhalb Stunden in den Süden Deutschlands fahren und dort drei Tage lang auf der Grasnarbe rumdüsen – ne, nachhaltig hört sich irgendwie anders an (Ich werde in einem meiner nächsten Beiträge einmal recherchieren, ob Skifahren wirklich so schlimm ist – wahrscheinlich aber schon). Und dann mach das auch noch gerade ich, die ich hier zu Nachhaltigkeit blogge und die ganze Zeit versuche, einen spannenden, coolen und gleichzeitig nachhaltigen Stil zu leben. Mh, dem muss ich auf den Grund gehen? Warum bin ich dahin gefahren?

Ist das bei mir besonders schlimm? Würden auch Leute, die nicht so viel über einen verantwortungsvollen Lebensstil reden, darauf aufmerksam gemacht werden, dass Skifahren vielleicht nicht zum guten Stil des zukunftsdenkenden Menschen gehört… (Oder dass man darüber zumindest nachdenken sollte?) Intuitiv erfahre ich nicht, dass in der gesamtgesellschaftlichen Debatte das Skifahren als „böse“ gebrandmarkt würde. Die normale Reaktion auf einen Skiurlaub ist doch: „Wow, cool, und wie wars in den Bergen? Hattet ihr guten Schnee?“ Bei mir ist das aber meistens anders. Wenn ich gefühlt den Moralapostel raushängen lasse (was nie meine Absicht ist), dann muss man mir offenbar vorhalten, dass das mit der Nachhaltigkeit eben nicht so einfach ist. Was auch stimmt (s. auch die Krux)! 😉

Ja zum Anfangen!

Natürlich ist individuelles nachhaltiges Verhalten sehr komplex! Es ist ganz schön schwierig, immer und überall auf alles zu achten: Emissionen, faire Arbeitsbedingungen, kulturelle Förderung, Verhinderung von Bodenerosion und langen Transportwegen und so weiter. Aber das heißt ja nicht, dass man nicht trotzdem schonmal anfangen kann! Darf ich denn nicht Bio-Wein trinken, FairTrade-Kaffee kaufen und einen nachhaltigen Lebensstil propagieren, nur weil ich andererseits ja Ski-Fahren gehe? Ich finde, ich darf (s. auch die super Kolumne von Fred Grimm zur Bio-Lüge-Lüge). Ich finde, dass jede Aktion für die Nachhaltigkeit zählt. Jeder gekaufte Liter Bio-Milch ist im Vergleich zu seiner 45 ct „Normalo-Schwester“ ein guter Liter. Jede Zugfahrt im Vergleich zum Flug eine gute Tat. Und jeder schöne Nachmittag mit Freunden im Park um die Ecke eine super Sache (übrigens eine ziemlich nachhaltige Aktivität, keine Emissionen, kurzer Anfahrtsweg, „sozialen Wert schaffend“, Entspannung, Freude – perfekt begleitet von einem Bio-Bier 😉 ). Natürlich ist es nicht egal, wie man sich darüber hinaus verhält, aber dennoch wäre es schade, wenn man nur, weil man nicht 100%ig ökorrekt lebt, gar nicht mehr über die klasse Möglichkeiten eines solchen Lebens reden dürfte. Nachhaltigkeit ist ja mehr als die CO2-Bilanz, sie hat etwas mit einem insgesamt zukunftsfähigen Lebensstil zu tun, in dem Wohlstand nicht nur über das Kriterium des BIPs berechnet wird (s. auch Vorschläge zu beyond GDP).

Nachhaltigkeit ist Lebensfreude

Ich selbst bin sogar bei Flugreisen manchen Menschen gegenüber sehr zurückhaltend, daran direkt etwas auszusetzen. Z.B. sind das Leute mit nicht viel Geld, die sich einfach einmal leisten können möchten, Wien zu sehen, was sie sich mit der Bahn nicht hätten leisten können. Das ist ja prinzipiell erstmal was Schönes: Wien ansehen. Man sollte aber nicht hinfliegen. Genau so ist es einfach ein tolles Gefühl, in den Bergen zu sein, die frische Luft zu atmen und den Berg hinunterzufahren. Sollte man eigentlich auch nicht.

So simpel ist das alles nicht. Nur weil etwas viele CO2-Emissionen ausstößt oder der Natur auf irgendeine Weise Schaden zufügt, ist es nicht unbedingt ohne einen Gedanken darauf zu verwenden zu verteufeln. Im Endeffekt geht es in der Nachhaltigkeit darum, wie wir mit mehr als sieben, acht oder neun Milliarden Menschen, die alle noch sehr viel mehr konsumieren werden als wir das heute schon tun, noch glücklich auf dieser Erde Leben können. Glücklich, zufrieden, angenehm – das seien hier einmal die Begriffe, die für die sicheren Lebenszustände stehen, nach denen fast jeder Mensch strebt. Für viele ist das erstmal, etwas zu Essen zu haben und ein Dach über dem Kopf in einer sicheren Lebensumgebung. Denn so etwas macht das Leben angenehm. Wenn man diesen Komfort hat, dann kann man sein Leben „gestalten“: mit Bildung, sich Gedanken über einen interessanten Job machen, schöne Hobbies unternehmen, Musik machen, bei sportlichen Kicks Freude finden, sich mit anderen treffen – Spaß am Leben haben… ähem… Ski fahren! Dieser ganze Luxus bringt wiederum viele Emissionen mit sich, aber die Nachhaltigkeit lässt sich eben nicht nur auf unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren.

Es geht im Kern um ein glückliches Leben von Mensch und Natur zusammen, die berühmten sozialen, öklogischen und ökonomischen Dimensionen der Nachhaltigkeit. Und Menschen, die alles, was ihnen Freude macht, ablegen müssen, haben keine Lebensfreude mehr – was auch absolut nicht das Ziel einer nachhaltigen Lebensweise ist (Heute nutze ich das Wort Nachhaltigkeit aber doch sehr oft… sorry, das muss leider mal sein).

Mein Fazit: Das Leben ist ein tolles Geschenk – vor allem hier bei uns „im Westen“. Wir können fast alles machen, was wir wollen. Bei vielen Dingen können wir dabei mittlerweile schon sehr einfach auf eine schicke „grüne“ Alternative ausweichen (s. auch dasselbeingrün) – bei anderen nicht. Auf diese muss man wohl oder übel (zumindest im Übermaß) verzichten, wenn man wirklich ökorrekt leben möchte.

Dazu gehört leider das Skifahren – was ich persönlich sehr schade finde…

katha in Hamburg

Über Silvester gab es für mich einen kleinen privaten Roadtrip über Berlin nach Hamburg und zurück nach Köln. Während wir mit schlechtem Ökogewissen (das Benzin, das Benzin) und gleichzeitig einem wunderbaren alten VW-Bus und tausend super Songs genüsslich durchs Land fuhren, habe ich ein paar kleine grüne Geschichten entdeckt. Berlin ist eh die Ökohauptstadt der BRD, daher nun hier ein paar kleine Fundstücke aus Hamburg.

Moin!

Ich war zum ersten Mal in der Hansestadt und vor allem vom Schanzen- und Karoviertel und von St. Pauli „grün“ beeindruckt. Obwohl man auch im Zentrum nicht um die wahre Zukunft herumkommt, so z.B. im Schaufenster des Segway Shops: ein ziemlich cooles E-Bike sieht da ein jeder, der was auf sich hält (s. Foto). Aber mit 3.999 € ist das Elmoto dann leider für mich und vielleicht für manche von euch dann doch eher noch ein Zukunftstraum der urbanen Mobilität… (Wie bereits geschrieben, finde ich E-Bikes als Alternative super, denn man kann das Treten einfach einmal sein lassen, wenn man unverschwitzt auf der Arbeit erscheinen möchte. So braucht man wirklich kein Auto mehr!)

Bio-Restaurants im Schanzenviertel

Im Schanzenviertel, einem sehr gemütlichen Viertel, gabs dann im Schanzenstern – unserem Hotel – wunderbares Bio-Essen, Bio-Bier und das Ganze alles genossenschaftlich geführt. Ein angenehmer Aufenthalt mit tollem Bio-Frühstücksbuffet. Auf unseren Spaziergängen durch die „Schanze“ findet man wie selbstverständlich Second-Hand-Läden, leckere vegane Kost und allgegenwärtig sind alternative (politische) Sprüche. Bspw. diesen „herz“-lichen Spruch im Schaufenster eines kleinen gemütlichen Ladens.

Und erneut „glöten die Locken“

Worüber ich mich besonders gefreut habe, war das unverhoffte Wiedersehen mit Lockengelöt (s. auch „FairLiebt in Glücksstoff“ hier auf kathas welt) beim abendlichen Schlendern (ok, es war eine Kneipentour… 😉 ) in St. Pauli. Von diesen wunderbaren Recyclingherstellern hatte ich schon auf der Ökorausch im Oktober in Köln einen tollen Schlüsselroman (meinen „Schufti“) erstanden, und nun konnte ich mir im Schaufenster erneut die inspirierenden Ideen der „Gelötemanufaktur“ ansehen, z.B. supercoole Schränke aus ehemaligen Ölfässern. Aber auch Teller aus Schallplatten oder Postkarten aus Plattencovern gibt es da. Besucht einfach mal den (Online)-Shop, und wenn ihr das Glück habt in Hamburg zu sein: Geht zur Wohlwillstr. 20.

Überraschung: das Plus-Energiehaus in HH

Auf dem Weg in die Kunsthalle (megatolle Ausstellung von Sigmar Polke derzeit: „Wir Kleinbürger!“) sind wir über das Plus-Energie-Haus gestolpert, welches gerade eine Rundreise durch Deutschland macht. Dieses gibt es offenbar nicht nur in der Version von Solarpionier Rolf Disch, den ich vor kurzem noch beim Utopia-Award 2009 kennenlernen durfte, sondern auch als Modell der TU Darmstadt, die mit ihrem Bau bereits 2007 und nun erneut 2009 den Solar Decathlon in Washington D.C. gewonnen hat. Eine superspannende, zukunftsweisende Bauweise: ein Haus, das mehr Energie abgibt, als es verbraucht. Und mit dem Decathlon gibt es da sogar einen unglaublich coolen Wettbewerb zu.

Auf der Reeperbahn…

…habe ich dann außer Kicker spielen (was ein sehr nachhaltiger Sport ist, denn man muss dazu nicht ans andere Ende der Welt fliegen, sondern kann direkt zur benachbarten Kneipe des Vertrauens gehen) und was man sonst do auf der Reeperbahn erkundet, nicht viel „Grünes“ entdeckt. Das wird meine Aufgabe beim nächsten Hamburgbesuch. Und dann ist es vielleicht auch mal nicht „nachts um halb eins“ dort… 😉

Ahoi! Eure Katha

Die Krux

Alles geht nachhaltig? Jou, schön wär das. Am liebsten stelle ich hier kreative und coole Produkte, spannende Texte und Ideen vor. Aber es gibt auch die dunkle Seite im Leben der nachhaltigen Konsumentin… Ich möchte mal anhand dreier Beispiele über den ganz normalen Gewissenskonfliktsdauerstress einer LOHAS berichten (Lifestyle of Health and Sustainability). 😉

1. Ich mag Cola light.

Generell, und auch ganz besonders am Morgen nach einer Party; und ich feiere gern. Außerdem ist Cola light eine super Abwechslung zu Kaffee, wenn ich wieder müde durch NRW pendle. Aber CocaCola ist ein Riesenkonzern, über den ich nicht viel Gutes gehört habe. Und Cola ist ungesund. Eigentlich will ich gar keine Cola trinken, aber ich tue es trotzdem. Weil ich das einfach manchmal liebe. Mist. Ich habe von Alternativen gehört, wie z.B. der  Premium-Cola, die wohl aus dem Spaß von ein paar lustigen und spannenden Leuten heraus entstanden ist, und die meinen, dass „Wirtschaft und Moral zusammen funktionieren können“. Super Idee! Wenn ich meine nächste Party plane, werde ich bei euch bestellen! Leider hilft mir Premium Cola nicht, wenn ich morgens vom Büdchen gegenüber eine prickelnde, kalte, erfrischende Cola light hole… Zumindest habe ich den Konsum allerdings eingeschränkt.

2. Ich fliege nach China.

Mit dem bereits erwähnten LEAD Programm war ich letzte Woche ich China, um 130 andere LEADers aus der ganzen welt zu treffen und mit ihnen über Nachhaltigkeit zu diskutieren. Es war wirklich toll und hat mir wirklich gute neue Perspektiven eröffnet. Aber: Mein Flug hat 3.245 t CO2 verbraucht. Eigentlich sollte jeder Mensch aufs Jahr verteilt nicht mehr als 3 t CO2 pro Jahr produzieren, damit der Klimawandel nicht zu krass ausfällt. Das habe ich mit dem einen Flug wohl bereits überschritten…

3. Ich liebe Bresso.

Und auch im Supermarkt finden innere Kämpfe statt. Ich will Bresso, und ich will aber auch ausschließlich Bio-Lebensmittel einkaufen. Als nachhaltige Alternative zum tollen locker-luftigen Brotaufstrich habe ich einen Bio-Doppelrahmstufe-Kräuterfrischkäse. Ein geschmackliches Dilemma. Der Kräuterfrischkäse ist ja auch „ok“, nur ist Bresso einfach um Klassen besser. So kommt es zu einem Verhätlis von 50:50: Manchmal siegt der Geschmack, manchmal der Bio-Wille. Warum gibt es keinen Bio-Bresso???

Euch geht es auch manchmal so? Ich freue mich über LeidensgenossInnen, die mir in Kommentaren ihre Tipps geben. 😉 Und auch andere Anmerkungen sind natürlich wie immer herzlich willkommen!

Ich will Spaß, ich will Spaß!

Das sind Ideen, wie die Welt sie braucht!

1. Wie Flaschen zum Altglas Bringen Spaß macht:

2. Wie Leute lieber die Stufen als die Rolltreppe nehmen:

3. Wie man gerne den Mülleimer benutzt

Bin begeistert. Endlich mal ist Spaß mit nachhaltigem Verhalten verbunden. Genau die richtige Strategie!