kathas welt

wissenswertes, spannendes und skurrilles rund ums thema nachhaltigkeit

Neulich im Supermarkt: Die Erdbeere

Neues aus den Dilemmata der bewussten Konsumentin.

„Da steh ich nun ich arme Thorin und bin so klug als wie zuvor“. So habe ich mich gestern im Supermarkt gefühlt, als ich vor der Obsttheke stand. Erfreut habe ich zunächst festgestellt, dass es nun auch endlich Erdbeeren aus Deutschland und nicht mehr nur Früherdbeeren aus Spanien gibt. Diese kaufe ich nicht, seitdem es da diesen WWF-Skandal gab, dass die Erdbeeren unter fürchterlichen Arbeitsbedingungen und mit superschlechten Einflüssen auf die Umwelt angebaut werden. Ungesund sollten sie auch noch sein…

Nun gab es gestern allerdings sowohl Bio-Erdbeeren aus Italien und die besagten (Nicht-Bio-)Erdbeeren aus Bruchsal in Deutschland. Was mache ich als bewusste Konsumentin? Ich muss zugeben, selbst mir als Mensch, der sich viel mit den Untiefen der Nachhaltigkeitsthemen beschäftigt, ist das in diesem Fall nicht klar. Nehme ich die regionale Alternative, mit dem Vorteil, dass weniger CO2 beim Transport anfällt, oder die Bio-Alternative, bei der ich sicher sein kann, dass die Böden nicht mit Pestiziden belastet werden und dadurch auch wieder CO2 eingespart wird? Und dann das Plastik: Beide Erdbeeren stehen dort in einer Plastikschale. Aber während die deutsche Regional-Erdbeere ohne weitere Verpackung auskommt, braucht die Bio-Erdbeere noch eine zusätzliche Plastiktüten-Verpackung…

Ich habe mich für die „Regio-Erdbeere“ entschieden. Zwar nicht bio, aber weniger Transport und Plastik. Ist das nun „Bio-Sein 2.0“? Was würdet ihr machen?

Herzlich, Eure Katha

ps: Lecker sahen beide aus. Also das Geschmacksargument kann man hier nicht zücken.

6 Kommentare»

  Matthias wrote @

Eigentlich ganz einfach: Erdbeeren erst dann kaufen, wenn es sie regional im Bioladen gibt. Dann auch meist ohne Plastik drumrum.

Man muss natürlich etwas länger drauf warten, aber: Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!

  Daniel wrote @

Black is the New green und die Erdbeere scheint der neue Apfel zu sein. Über Bio-Äpfel aus Neuseeland vs. in Kühlhäusern gelagerte Äpfel aus der Region wurde in den letzten Jahren immer wieder berichtet. Ergebnis: je nach Berechnung gewinnt mal der eine, mal der andere.

Aus Lust und Laune heraus hätte ich auch die regionale Variante genommen. Wäre dann aber am Orangensaft gescheitert – bio vs. fairtrade🙂

  Axel wrote @

zunächst einmal: der Handel gibt den Produzenten vor, dass die Bioware in Folie geliefert werden muss. Hintergrund ist, dass Bio- und konv. Ware nicht verwechselt/gemischt/vertauscht werden können sollen. Bio gibts halt weniger als Nicht-Bio, sonst würde man die andere Ware einpacken…

Im Bezug auf die CO2 Bilanz ist weiter nicht immer schlechter. Siehe Neuseelandäpfel-Beispiel. So hat der LEH, der Lebensmitteleinzelhandel, also Rewe, Aldi & Co. oft meist sehr effiziente Logistikketten, sodass die Ware schneller und frischer beim Verbraucher ankommt als beim Einkauf im kleinen Bioladen. Das wirkt sich auch auf die CO2 Bilanz aus, da weniger umgeschlagen wird. So liefert z.B. ein mir bekannter Bioland Möhrenproduzent direkt in die regionalen Verteillager von Aldi, die wiederum jeweils vielleicht 25 Filialen beliefern. Das war es dann schon. Hinter den Bioeigenmarken steckt wiederum oft Bioland und Naturlandware. Da diese wiederum beim nächsten Einkauf vielleicht doch nur EG-Öko ist, weisen sie lieber ein eigenes Biolabel aus.

Klarer Vorteil der Bioläden: Ware des Anbauverbands Demeter findet sich so gut wie nie im konv. LEH, da die Höfe meist kleiner sind und nicht singulär z.B. tonnenweise Möhren produzieren können, sondern ja immer das volle Spektrum an Hof abzubilden versuchen.

Also, wenn Du von Dir ausgehst und die Pestizidfrage mit betrachtest, wäre Bio die bessere Wahl. Alles andere weiss man nicht sicher…

Grüße
Axel

  missboulette wrote @

Warum nicht die regionalen Bauern/Kleinbauern unterstützen und auf dem Bauernmarkt o.ä. einkaufen? Haben meistens sowieso die „alten“ aromatischeren Sorten. Sehen natürlich nicht so geschniegelt aus, aber der Geschmack zählt bekanntlich. Dann ist das Plastikproblem auch gelöst.

Ich bin im Zweifel immer für regionale Produkte.

  kathabeck wrote @

Ok ihr Lieben, ich glaube, eigentlich kommt heraus (auch nach Anmerkungen auf Utopia.de, wo ich den Text ebenfalls eingestellt habe), dass man, wenn man gaaaanz korrekt sein will, am besten eigene Erdbeeren anbaut oder sie auf dem Bio-Markt kauft. Das ist ja auch eigentlich klar.
Die Frage ist immer: Was kann man Leuten raten, die sowieso noch gar nicht so weit sind? Oder wenn man eben wie ich superviel reist (mit der bahn natürlich), daher keine Erdbeeren selbst anbauen kann und leider am Bio-Markt-Wochenende /-Tag nicht da ist? Ist die Konsequenz gar keine Erdbeeren, bis es im Bio-Laden regionale Erdbeeren gibt? Wahrscheinlich.
Ich danke Euch auf jeden Fall für die Kommentare und freue mich natürlich auch auf weitere Erfahrungsberichte.
Gerne höre ich natürlich auch mal von den „grünen“ leutchen, denen vielleicht auch mal so etwas „passiert“ wie mir, dass man eben der leckeren roten Frucht, wenn sie denn schon in bio oder regional sich dort anpreist, nicht widerstehen kann…
Allerherzlichst, Eure Katha

  Frau DingDong wrote @

Ich würde immer der Region den Vorzug geben. Meistens kaufe ich sie an den Obstständen, die hier in HH überall herumstehen, dort kann ich direkt nachfragen, wie und ob sie gespritzt worden sind. Die Erdbeeren aus dem Alten Land werden z.B. nur gespritzt, wenn Schädlingsbefall vorliegt, und das schmeckt man.
Alles hat eine Kehrseite und Sterben müssen wir auch alle irgendwann, also mache ich es mir einfach.


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