kathas welt

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Archiv für Essen und Trinken

Super Aktion: Ein Wassermob am 13. August in Berlin

Heute schon am Leitungswasser erfreut? Am 13. August findet in Berlin ein Wassermob statt: Möglichst viele Menschen gehen im Biosphäre-Bioladen in Berlin Neukölln einkaufen und mit dem Zusatzgewinn finanzieren die Leute von „a tip: tap“ einen Trinkbrunnen, der im öffentlichen Raum vor dem Laden an das Wassernetz angeschlossen wird.

Eine geniale Weiterentwicklung der Idee des Carrotmobs zu einem meiner Herzensthemen. Ich setze mich ja seit langer Zeit dafür ein, dass wir uns mehr für unser Trinkwasser begeistern. Es ist sauber, kostet fast nichts und hat kaum einen ökologischen Fußabdruck. Ein super Luxus. Ganz alltäglich. Und eine tolle Sache.

Die Menschen beim Wassermob werden ihre Flaschen auch mit den delüxen Aufklebern „Schönes neues Wasser delüx!“ labeln und so ihre Liebe zum Leitungswasser direkt zeigen können. Viel Spaß und Erfolg bei der Aktion!

http://atiptap.org/de/

Zurück zum Sonntagsbraten?

Am Frankfurter Hbf erhielt ich letzten Sonntag eine schöne, dicke Sonntagszeitung geschenkt. Ich habe mich sehr auf eine Stunde gemütliche Lektüre im Zug nach Köln gefreut. (Auch etwas sehr grandioses: in nur einer Stunde und ohne Stau von Frankfurt nach Köln!)

Ich fing also an zu lesen und natürlich ging es auch um EHEC. Ich hatte den „Skandal“ nicht jeden Tag verfolgt und machte mich also daran, mich in einer Wochenzeitung mal fundiert darüber zu informieren. Was stand dort unter anderem? Die Ära des Fleisches sei nun wieder angebrochen. Gemüse könne man nun nicht mehr guten Gewissens essen. Man hatte beim Lesen den Eindruck, dass sich der Autor freue, dass dem Gemüse nun auch einmal ein Skandal anhaftet. (Leider kann man den Artikel online nicht verlinken.)

Mh. Das machte mich nachdenklich… Warum diese Häme dem Gemüse gegenüber? Da geht es plötzlich nicht mehr um den Darmkeim, sondern um die Fleisch-Essen-Frage.

Fleisch oder nicht Fleisch – das ist hier die Frage

Das Thema Fleisch Essen ist etwas sehr persönliches und spaltet viele Geister (dieser Blogeintrag ist auch wirklich nicht der Einfachste, den ich bisher geschrieben habe 😉 ). Einerseits gehört Fleisch Essen zu unserer Kultur (ich sage nur Sauerbraten, Bratwurst, Fleischpflanzerl oder z.B. auch das wunderbare Hirschragout meiner Oma an Weihnachten), andererseits gibt es einen starken Trend dazu, das Fleisch Essen prinzipiell zu hinterfragen und Vegetarier zu werden. Es ist vom Verstand und von ethischen Anschauungen her durchaus sinnvoll, auf Fleisch zu verzichten.

Einmal wegen der Massentierhaltung und der ganzen Lebensmittelindustrie, die unter anderem im Buch Tiere essen, das sich millionenfach verkauft, eindrücklich geschildert werden. Und auch wegen des Klimawandels: Wenn man ein Steak isst, kann man sich schnell als Klimasünder fühlen, weil man durch seinen Genuss die „Produktion“ von Methan pupsenden Kühen (und ihrer Futtermittel), den Ressourcenverbrauch und damit den Anstieg des Klimas unterstützt.  Somit ist man quasi mit verantwortlich dafür, dass es vielen Tieren und Menschen auf der Welt schlecht geht – nur weil man Fleisch isst. (Und natürlich gibt es noch mehr Gründe für den Verzicht auf Fleisch: s. auch „Fleisch essen und Umweltschutz vertragen sich nicht„) Das ist natürlich nicht schön. Wir sollten unser Verhalten zum Fleisch Essen verändern. Aber wie?

Die Sache mit dem Verhalten ändern…

Die meisten Deutschen essen Fleisch (unter 10% der Deutschen sind Vegetarier). Essen ist eben nicht nur Verstehen. Es hat neben der Nahrungsaufnahme viel mit Freude und Genuss und auch mit Gewohnheit zu tun. Man kann es sich einfach machen und das Fleisch-Essen verteufeln, aber dann bewirkt man mit den Vernunft-Argumenten vielleicht sogar eher gegenteilige Reaktionen. Man kann den Artikel in der Sonntagszeitung so interpretieren, dass sich manche Fleisch-Esser heimlich schlecht fühlen, weil sie eigentlich auch selbst Bedenken wegen ihres Konsums haben. Dass sie aber gleichzeitig hin und her gerissen sind, weil sie dennoch ihr Steak oder einen Braten einfach gern genießen möchten. In einer Situation, in der man selbst schon ein kleines schlechtes Gewissen hat, möchte man sich das eigene Verhalten nun höchst ungern auch noch mit dem erhobenen Zeigefinger von anderen vorwerfen lassen – wie es in der Fleisch-Essen-Frage oft passiert. Mit EHEC ist nun endlich mal nicht das Fleisch, sondern das Gemüse der Buhmann.

Nur wegen EHEC ist aber Gemüse natürlich nicht prinzipiell schlecht und auch an den Argumenten zur Massentierhaltung, Lebensmittelindustrie und dem Klimawandel ändert sich nichts. Die Frage bleibt auch nach EHEC die gleiche: Wie verändern wir unser Verhalten zum Fleisch? Wenn der komplette Verzicht für viele zu schwierig ist, fangen wir doch einfach damit an, weniger Fleisch zu essen.

Sonntagsbraten, halbe Vegetarier und vegetarische Köstlichkeiten

Wie so oft, geht das mit positiven Anreizen und Einstellungen bestimmt am besten:

1. Durch bewusstes Genießen: Wie wäre es mit einer Bewegung: „Zurück zum Sonntagsbraten“? (Natürlich in bio 😉 – denn wenn nur am Sonntag, dann kann man sich das auch viel eher leisten.) Früher haben wir ja auch nicht jeden Tag Fleisch gegessen… Wenn etwas nicht allzu alltäglich ist, dann freut man sich meist noch viel mehr darüber! Also auf zu mehr genussvoller Qualität anstatt Quantität!

2. Durch Gemeinschaft: Eine super Anregung liefert hier die Webseite Halbzeitvegetarier: sich einfach mit jemand anderem zusammentun und gemeinsam den Fleischkonsum halbieren. Ihre Logik: „Zwei halbe Vegetarier sind auch ein Ganzer„. So eine positive Herangehensweise finde ich super!

3. Durch das Kennenlernen von richtig leckeren vegetarischen Gerichten (die „delüxe“ Alternative zum Fleisch): Wer auf den Geschmack von vegetarischem oder veganem Essen kommen möchte, dem empfehle ich von ganzem Herzen einen Abend (oder ein Mittag Essen) im BioGourmetClub in Köln, der vor kurzem seine Türen neu am Bahnhof West geöffnet hat. Hier kann man vegetarische Küche von ihrer besten Seite kennenlernen. Und kann sich wundervoll für die eigene Küche inspirieren lassen. (Hier gehts zu einem Video voll des Lobes für diese Küche). Und wird – wer weiß – vielleicht doch irgendwann zum Vollzeit-Vegetarier… 😉

Wenn wir es insgesamt schaffen, etwas mehr Entspannung in die moralische Fleisch-Essen-Debatte zu bringen, dann muss ein Sonntagszeitungs-Autor vielleicht auch nicht mehr so negativ über Gemüse an sich schreiben.

Herzlich,

Eure Katha

Neulich im Supermarkt: Die Erdbeere

Neues aus den Dilemmata der bewussten Konsumentin.

„Da steh ich nun ich arme Thorin und bin so klug als wie zuvor“. So habe ich mich gestern im Supermarkt gefühlt, als ich vor der Obsttheke stand. Erfreut habe ich zunächst festgestellt, dass es nun auch endlich Erdbeeren aus Deutschland und nicht mehr nur Früherdbeeren aus Spanien gibt. Diese kaufe ich nicht, seitdem es da diesen WWF-Skandal gab, dass die Erdbeeren unter fürchterlichen Arbeitsbedingungen und mit superschlechten Einflüssen auf die Umwelt angebaut werden. Ungesund sollten sie auch noch sein…

Nun gab es gestern allerdings sowohl Bio-Erdbeeren aus Italien und die besagten (Nicht-Bio-)Erdbeeren aus Bruchsal in Deutschland. Was mache ich als bewusste Konsumentin? Ich muss zugeben, selbst mir als Mensch, der sich viel mit den Untiefen der Nachhaltigkeitsthemen beschäftigt, ist das in diesem Fall nicht klar. Nehme ich die regionale Alternative, mit dem Vorteil, dass weniger CO2 beim Transport anfällt, oder die Bio-Alternative, bei der ich sicher sein kann, dass die Böden nicht mit Pestiziden belastet werden und dadurch auch wieder CO2 eingespart wird? Und dann das Plastik: Beide Erdbeeren stehen dort in einer Plastikschale. Aber während die deutsche Regional-Erdbeere ohne weitere Verpackung auskommt, braucht die Bio-Erdbeere noch eine zusätzliche Plastiktüten-Verpackung…

Ich habe mich für die „Regio-Erdbeere“ entschieden. Zwar nicht bio, aber weniger Transport und Plastik. Ist das nun „Bio-Sein 2.0“? Was würdet ihr machen?

Herzlich, Eure Katha

ps: Lecker sahen beide aus. Also das Geschmacksargument kann man hier nicht zücken.

My good old stuff

Gernst nehme ich den „Stöckchenwurf“ von Noel zum Thema Recycling auf. Ich soll also schreiben, „was ich mit meinen Dingen mache, die ich nicht mehr benötige“. Ein Stöckchenwurf ist quasi ein Kettenbrief unter Bloggern zu einem bestimmten Thema, die ganz korrekte  Beschreibung gibt es hier – und auch was Noel dazu geschrieben hat.

Was brauche ich denn überhaupt an Dingen?

Ich nehme das als Anlass, mich erstmal zu fragen: Was brauche ich denn eigentlich nicht mehr? Oder andersrum verstanden: Was braucht man denn überhaupt an Dingen zum Leben? Ich war mit 22 mal 7 Monate in Argentinien und durfte nur 20 kg Gepäck mitnehmen, das hat mir die ganze Zeit eigentlich vollkommen gereicht an „Sachen“, die ich besitze. Gut, mir haben ein paar Bücher gefehlt und ein paar Einrichtungsgegenstände, aber ansonsten? Was brauche ich an Dingen zum Leben?

Inventur bei mir Zuhause

Ich schaue mich mal Inventur mäßig in meiner Wohnung um. Ich entdecke deutlich mehr als 20 kg „Dinge“. Da gibt es das ganze Küchenzubehör, viele viele Bücher, Bilder an den Wänden, Sportsachen, Taschen, hauptsächlich Möbel stehen überall rum, Waschzeugs, Werkzeug, Ordner (oh je, auch noch mit alten Studieninhalten…), Essen und Trinken und natürlich Kleidung.

Und was brauche ich nicht mehr?

Das brauche ich wirklich nicht alles andauernd. Aber was mache ich denn dann damit? Brauche ich das meiste davon nicht mehr? Erstmal muss ich das ja realisieren, dass ich etwas nicht mehr brauche. Wenn es einfach da ist und nicht stört, bin ich ganz ganz schlecht darin, das „Nicht-mehr-brauchen“ zu bemerken. Nun möchte ich mich aber nicht drücken zu sagen, was ich mit Sachen mache, für die ich keine Verwendung mehr habe.

Was mache ich also with my good old stuff?

  • Kleidung: sammle ich derzeit in Tüten, um sie auf einem Flohmarkt zu verkaufen (diesen Sommer mal wieder nicht geschafft… – gut, dass ich einen Keller habe!).
  • Alte Schuhe: nutze ich auf schlammigen Festivals meistens dann doch noch mal, daher ist das „Nicht-mehr-brauchen“-Gefühl sehr unstark ausgeprägt. (und den Rest horte ich ebenfalls im Keller in besagten Tüten, wenn ich ehrlich bin. Weil ich Schuhe so schwer in den Mülleimer werfen kann, irgendwie kann man sie ja immer nochmal tragen.)
  • Möbel: brauche ich derzeit alle noch.
  • Bilder und Postkarten: hängen an schönen Orten an der Wand.
  • Bücher: niemals wegschmeißen, außer es sind ganz schlimme Bücher von gut meinenden Tanten („Warum Männer schlecht … und Frauen gut..“ so was landet dann auch mal in der Flohmarkttüte)
  • Elektrosachen: tja, da ich weiß, dass sie auf einen Sondermüll gehören und ich da eh nie hinkomme, liegen sie bei mir in einer kiste herum (ist meine Wohnung zu groß??). Damit wären wir auch bei einem wichtigen Thema. Was schmeiße ich eigentlich alles in den Müll?
  • In den Müll landet vieles um das Essen und Trinken: Oh ja, auch Bio Sachen sind dauernd in Plastik eingepackt. Das finde ich total bescheuert, aber so füllt sich mein gelber Sack dann doch immer relativ schnell. Außerdem muss ich oft Essen wegwerfen, weil ich nicht widerstehen konnte, aber dann doch wieder länger nicht zuhause war. Hier gibt es eindeutig Verbesserungspotenzial bei mir!
  • Und: die ganzen Flyer und Zeitungen. Mein Altpapierstapel ist wirklich ein Horror (und auch das Altglas… das landet natürlich im Container).

Nicht so viel kaufen? 😉

Ansonsten gibt es bei mir nicht so viele Dinge, die ich nicht mehr brauche. Ich shoppe echt ungern in den großen Cities dieser Welt. Daher habe ich auch nicht so viel unnützes Zeug. Wenn, dann geh ich in England in einen der coolen Charity Shops. Dort kann man echt schöne Second Hand Kleidung (z.B. auch ein Kleid, dass ich auch auf Konferenzen anziehe) für sehr kleines Geld kaufen und dabei noch einen guten Zweck unterstützen. Finde ich eine tolle Einrichtung! Und auch meine Wasserflaschen verwende ich ja immer brav wieder, wie einige von Euch vielleicht schon mitbekommen haben… 😉

Und für alle, denen diese Betrachtungen nicht systematisch genug waren, fällt mir natürlich beim Thema „Recycling“ sofort der wundervolle Film „The story of stuff“ ein, den ihr unbedingt schauen solltet.

Ich sende das Stöckchen heute weiter an Martin Herrndorf (www.unternehmen-armut.de) Marc Rexroth (http://reditum.de/blog/). Bin gespannt auf die Artikel!

Was macht ihr eigentlich mit den Dingen, die ihr nicht mehr braucht?

Herzlichst, Eure Katha

ps: Hier die offizielle Beschreibung, was ein Stöckchenwurf ist: “Ein Stöckchenwurf ist eine Blog-Veranstaltung, bei der ein bestimmtes Thema durch ein Blog auf den Weg geschickt wird und ausgewählte Blogger dazu eingeladen werden, einen Artikel zum Thema in ihrem eigenen Blog zu veröffentlichen. Das Stöckchen wird dann an zwei weitere Blogger ihrer Wahl geworfen. Am Ende des Beitrags sollte eine Liste aller Blogs zu finden sein, die am Stöckchenwurf teilgenommen haben.”

pps: Die bisherige Liste:

Netcycler (der Start!)

Noel Klein Reesink

Sebastian Backhaus

Starbucks oder nicht Starbucks – das ist hier die Frage!

Meine Wenigkeit fährt häufig mit dem Zug. Auch wenn ich mir noch so oft morgens meinen Kaffee koche und in meiner funky Thermotasse mitnehme, irgendwann stehe ich doch an einem Bahnhof, die Tasse bereits leer (es sind ja auch ein paar Stündchen später), und möchte einen Kaffee trinken. Das heißt kaufen. Da habe ich eine Riesenauswahl: Mr. Clou, Mr. Wrap, Mr. was auch immer, Kamps, ein regionaler Bäcker, Ditsch, McDonalds, Le CroBag, Starbucks: Alle buhlen sie um meine Euros für ihren Kaffee.

Lokal und klein vs. global und groß

Natürlich gefällt mir da aus dem Bauch heraus der regionale Bäcker am besten. Aber halt! Der hat keinen FairTrade Kaffee. Sollte ich da nicht lieber zu Starbucks gehen, wo mittlerweile alle Kaffees fair gehandelt sind? Mal wieder ein fieser Konflikt in meinem Öko-Herz. Klein gegen groß, regional gegen global, nicht fairtrade gegen fair gehandelt. Wobei ja vielleicht die Arbeitsbedingungen bei dem regionalen Bäcker fairer sind als die bei Starbucks – so auf die ganze Welt gesehen verteilt. Also auch noch Nord-fair gegen Süd-fair? Das ist aber nur eine Annahme die ich treffe, weil ich großen Ketten wie Lidl oder Schlecker kritisch gegenüber stehe was die Behandlung ihrer MitarbeiterInnen angeht – da hat man als große Firma einfach mehr Druckmöglichkeiten als als kleine. Aber darf man alle in einen Topf schmeißen? Bestimmt nicht.

Die Qual der Wahl

Was mache ich jetzt also? Ja!-Kaffee beim lokalen Bäcker oder Fair Trade Kaffee bei Starbucks?

Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Eure Katha

ps: Natürlich kann man sich bei den Unmengen an virtuellem Wasser, die eine Kaffeetasse mit sich bringt, fragen, ob man überhaupt Kaffee trinken sollte… (mehr dazu hier) Dahin ist es aber sogar bei mir als Öko-junkie noch ein weiter Weg. Daher möchte ich zumindest – wenn ich schon Kaffee trinke – den Richtigen trinken!

pps: Und noch eine Frage: Wenn man sich die Starbucks „Shared Planet“-Seite ansieht, frage ich mich: Ist das nur CSR („Corporate Social Responsibility“, sprich einfach Kommunikation und keine wirkliche Änderung in der Merhheit der Handlungen) oder ist da wirklich etwas dran? Hier gehts zur Seite.

Hach, war das lecker!

Tolle Dinge gehören vorgestellt. Heute:

BioGourmetClub!

Mir tun alle Städt leid, in denen es ihn nicht gibt… 😉
Mayoori Buchhalter hat hier in einem wunderhübschen Innenhof im belgischen Viertel in Köln eine Idee verwirklicht, die ich ganz im Sinne von kathas welt nur aus vollem Herzen unterstützen kann: eine Bio-Kochschule, die eher an ein edles Restaurant mit sehr freundlicher Atmosphäre erinnert, denn an eine Schule.

GaumenFreunde

Letzten Dienstag konnte ich mir im Rahmen der „GaumenFreunde“ Reihe ein eigenes Bild machen. Dieses so genannte „Private Cooking“-Event sieht so aus: zwischen 10 und 15 Personen aus unterschiedlichsten Professionen (sehr interessant) kommen zusammen und kochen zum Selbstkostenpreis spannende neue Gerichte und werden dabei ganz „gourmet-like“ mit leckeren Weinen, Prosecco oder auch Bier versorgt. Bisher hatte GaumenFreunde immer in einem Kochstudio in Ehrenfeld stattgefunden, aber Sabine Lydia Müller, die Organisatorin, hat es nun tollerweise (ohne Preiserhöhung) in den BioGourmetClub verlegt, denn warum konventionell, wenn es auch bio und fairtrade geht?

Gourmethaft kochen lernen

Und natürlich ist es auch nicht dasselbe in grün. 😉 Jeder GaumenFreunde Abend steht unter einem besonderen Motto. Diesmal Indien. Und bei Mayoori konnten wir nicht nur von ihrer jahrelangen Liebe zu Indien profitieren (die man auch in den köstlichen Gerichten geschmeckt hat), sondern haben sogar gratis dazu noch alle der sage und schreibe 11 Gerichte in einem Rezeptbuch dazu bekommen – das gab es früher nicht. Gerade für mich, die ich mich privat doch eher auf Gemüse mit Schafskäse in der Pfanne … ähem… „spezialisiert“ habe, ein ganz tolles Geschenk! Und es war noch nicht mal mehr so schwer: wir haben alles selbst gekocht und es hat (trotzdem) geschmeckt! 😉 Mayoori stand uns dabei tatkräftig und sympathisch zur Seite. Meine Favoriten des Abends: Kichererbsenpfannkuchen mit Süßkartoffeln und Korianderchutney…

Mitmachen?

Im BioGourmetClub kann man viele tolle Kochkurse machen, auch als Gruppe. Bei Interesse einfach unter www.biogourmetclub.de informieren.

Und wer das nächste Mal bei GaumenFREUNDE dabei sein möchte, schreibe einfach eine Mail mit Kontaktdaten (Name, Organisation, Position) an info(at)gaumenFREUNDE.org, dann werdet ihr von Sabine auf dem Laufenden gehalten.

Ich kann beides nach letztem Dienstag nur wärmstens empfehlen…

Herzlich, eure Katha

ps: die Fotos gehören alle Sabine Lydia Müller. Vielen Dank fürs Zur-Verfügung-Stellen!

Der Alternativ-Cola-Check

Es gibt die, die lieber CocaCola trinken und Pepsi hassen, und die, die lieber Pepsi trinken und CocaCola hassen. Durch Deutschland geht der Cola-Pepsi-Riss. Der Kampf um die Cola-Liebe scheint ein Monopol (Duopol??) zweier Marken zu sein. Dabei gibt es hier in Deutschland noch viele weitere tolle Cola-Sorten, die aus vielen Gründen – nicht nur den geschmacklichen – endlich mal (noch) bekannter werden sollten!

Zeit für einen Alternativ-Cola-Check! Ich habe mich für die beiden Cola-Sorten entschieden, die aus Eigeninitiative und nicht als Teil einer bestehenden Firma entstanden sind: fritz-kola und Premium-Cola. Kriterien: Geschmack, Preis, Öko und Sozial (frei nach den vier Säulen der Nachhaltigkeit 😉 ). Weiter unten gibt es aber auch noch Links zu Bio-Colas.

fritz-kola

Im schönen Hamburg sind die Jungs von fritz-kola zuhause. „Keine Allerweltscola“, „viel Koffein“, und „weniger süß“, das sind die Markenzeichen der Brause von Lorenz und Mirco. „Mit fritz-kola wollen sie gegen Colamonopole, Plastikflaschenschrott und Dauer-Coolness angehen“, steht auf ihrer Webseite. Monopole bekämpfen find ich gut, ebenso, wie das mit dem Koffein (wozu trinkt man sonst Cola?), dem Plastikflaschenschrott (Cool, das ist öko!) und der Auflehnung gegen die Eintönigkeit (Ich denke mal, dass sie die Dauercoolness von CocaCola abschaffen wollen…). Allerdings muss man zum vielen Koffein noch hinzusagen, dass die weiter unten vorgestellte Premium-Cola sogar noch mehr Koffein enthält.

Als ich die Hansestadt letztens besuchte, habe ich mich gefreut, wie oft man diese regionale Cola dort trinken kann, und zwar schmeckt die nicht nur in der Originalversion super, sondern auch in der light Variante (ich habe mich hier ja bereits einmal geoutet, dass ich trotz Öko-gewissen gerne Cola light trinke, das zwar reduziere, aber dennoch immer wieder „zur Flasche greife“…).

Geschmack: top

Preis: Bei Colonia Getränke Profis (mer sin ja us Kölle) kostet ein Kasten (24 x 0,33l ) 14,99€, „normale“ CocaCola in derselben Menge 11,99€.

Öko: Keine Dosen und Plastikflaschen. Zutaten könnten bio oder fairtrade sein.

Sozial: Philosophie sympathisch. fritz-kola präsentieren außerdem junge Bands „ohne Casting, aber mit Musik“ (fritz töne).

fritz-kola gibt es mittlerweile deutschlandweit und sogar auch in anderen europäischen Staaten. Hier geht es zu „wo kaufen“.

Premium Cola

Viel Koffein, bzw. sogar NOCH mehr Koffein als in der fritz-kola (250 mg/l, die maximal erlaubte Menge in Deutschland, vs. 151 mg/l bei fritz) gibt es auch bei der Premium-Cola, die wohl „graswurzeligste“ unter den in Deutschland zu kaufenden Colas. Ein Kollektiv hat sich hier zusammengetan, als ihre vorherige Lieblingscola (Afri) eine geänderte Rezeptur bekam. Warum Graswurzel? Entscheidungen werden im Konsens gemeinsam gefällt, es wird viel Wert auf Transparenz bei Zutaten und Produktion gelegt, die Zulieferer ganz gezielt anhand sozialer Kriterien ausgesucht. So entstehen spannende Besonderheit bei der Gruppe um Premiumcola, wie z.B. „veganer Etikettenleim“, „feste Umsatzanteile in die Alkoholismusvorsorge“ oder „Anti-Mengenrabatte“ (Es gibt auch noch ein Premium-Bier, daher Alkoholismusvorsorge). Der Zucker kommt ebenfalls von einem Kollektiv, die üblichen Cola-Zusatzstoffe wie Phosphorsäure werden transparent auf dem Etikett vermerkt und ihre Wirkung auf der Webseite erklärt (s. Zutaten).

Geschmack: Habe Premium auf einer Konferenz probieren können und kann nur zustimmen: „kräftiges, rundes Aroma. Angenehm wenig Süße“. Außerdem hilft sie, den Vorträgen wachen Kopfes zu lauschen. Hier steht, wo in ganz Deutschland die Premium-Cola zu haben ist.

Preis: Bei „Boutique & Käffchen“ im Belgischen Viertel in Kölle kostet die 0,33l Flasche erstaunlich günstige 1,50€.

Öko: Kurze Transportwege bei der Herstellung. Ausschließlich Glasflaschen, keine Plastikflaschen oder Dosen. Coole Spielerei: Man kann auf der Webseite das „Licht aus“ machen, sprich durch einen dunklen Hintergrund Strom sparen. Chapeau für diese Idee!

Sozial: Philosophie sympathisch. Alles wird gemeinschaftlich entschieden. Zulieferer werden nach sozialen Kriterien ausgewählt. Besondere Transparenz bei Zutaten und Herstellung.

Auch die Truppe um Premium-Cola kommt aus Hamburg, dieser Stadt, die mir nun immer sympathischer wird… Was hat sie was Köln nicht hat??? Naja, zumindest keinen gefluteten U-Bahn-Schacht…

Und sogar in Bio!

Eine leckere Bio-Cola gibt es von der tollen Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu. Dort heißt sie „now Black Cola„.

Und vom Bio-Saft-Hersteller Voelkel kann man in der Serie Bio-Zisch die Sorte Guarana Cola entdecken.

Aber nicht alle auf einmal ausprobieren…

Bis zum nächsten Mal, Eure Katha

p.s.: Man könnte Cola als sinnloses Zuckerwasser einfach generell „schneiden“, aber da sie den meisten von uns nunmal offenbar einfach schmeckt, schließe ich mich dieser radikalen Einstellung nicht an, sondern stelle in gewohnter kathas-welt-Manier einfach die „guten“ Alternativen vor. Prost!