kathas welt

wissenswertes, spannendes und skurrilles rund ums thema nachhaltigkeit

Wer zahlt die Rechnung?

Ein grandios simpler Kurzfilm zum Thema Klimawandel und Gerechtigkeit.

Sollte man etwas gegen den Klimawandel tun, damit die Migration nicht so stark zunimmt? Oder sollte man ihn bekämpfen, weil es einfach angebracht ist, die Leben, die der Klimawandel kosten wird, zu schützen? Pragmatisch betrachtet ist das egal.

Man sollte einfach, denn es ist…

…ethisch verpflichtend

Bezüglich der moralischen Verpflichtung, den Klimawandel aufzuhalten, kann ich wie im letzten Eintrag sehr das ganz klar und nüchtern geschriebene Buch „The Ethics of Climate Change“ von James Garvey empfehlen.

…und wirtschaftlich sinnvoll

Und dass der Klimawandel uns teurer zu stehen kommen wird als seine frühzeitige Bekämpfung, das hat uns ja bereits vor knapp drei Jahren der ehemalige Chefökonom Sir Nicholas Stern in seinem Report bewiesen.

Warum machen wir dann nichts? Das liegt an der Komplexität des Problems und ist daher wohl

…psychologisch begründet.

Wir können einfach nicht so sehr in die Zukunft, ans andere Ende der Welt und in so vielschichtigen Zusammenhängen denken, als dass wir daher auf Kaffee-Trinken (riesiger Wasserverbrauch), Auto-Fahren oder schönes Glühbirnenlicht sofort verzichten würden. So ist das. Aber das müssen wir halt irgendwie hinbekommen…

Die Rechnung zahlen zwar zunächst die „anderen“ (daher scheint das Klima einigen ja egal zu sein), aber im Endeffekt zahlen wir sie alle!

Hasta la vista…

Übrigens werde ich bis Anfang September in Urlaub sein und neue Lande kennenlernen. Bis dahin wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer!

Eure Katha

2 Kommentare»

  Stefan Biskamp wrote @

Psychologie ja – aber nicht nur. Der einzelne Verbraucher ist schlicht überfordert, wenn er mit jeder Konsumentscheidung den Klimawandel stoppen, die globale Armut bekämpfen und den Ressourcenverbrauch bremsen soll. Es dem Verbraucher in die Schuhe zu schieben, dass wir unsere Flotte noch nicht auf Elektroautos umgerüstet haben („Der Markt ist dafür einfach noch nicht reif“) ist ein überaus bequemes Argument der Industrie. Ich befürchte, dass der Klimawandel uns nicht den Gefallen tut so lange auszusetzen, bis in San Francisco, London, Berlin und Peking Millionen Menschen für Elektrotankstellen auf die Straße gehen. Es geht beim Kampf gegen Klimawandel, Ressourcenausbeutung, Armut und Hunger schlicht darum, zwischen dem kurzfristigen Einzelinteresse und dem langfristigen Gemeinwohl zu entscheiden. Da hilft es wenig, dem Einzelinteresse („Ich verzichte nicht auf meine Tasse Kaffee morgens“) die Berechtigung abzusprechen. Die Entscheidung – im Zweifel für das Gemeinwohl – zu treffen ist eine Aufgabe der Politik oder gegebenenfalls der Justiz. (Wenn ein Bauer Ackerland für den Bau eines Radwegs abgeben soll, erwarten wir auch nicht von ihm, dass er sein Land freiwillig verschenkt. Er muss sich am Ende des Klagewegs allerdings mit der politischen oder juristischen Entscheidung für den Radweg abfinden.)

  kathabeck wrote @

Ist denn in einer repräsentativen Demokratie die „Politik“ und Justiz nicht auch ein Spiegel der Gesellschaft?! prinzipiell gebe ich dir Recht, allerdings ist es meines Erachtens dennoch wichtig, dass die problematik beim Einzelnen ankommt und nicht an der Gesellschaft „vorbei“ von Politik und Justiz behandelt wird.
Bezüglich der Unternehmen: das Argument des noch nicht reifen marktes ist natürlich himmelschreiend. das greenwashing und die ganze „grüne“ werbung zeigen doch, dass die wirtschaft dem verbraucher bereits vorgaukeln muss, „Grün“ zu sein, da der verbraucher das offenbar nachfragt. es ist wohl eher so, dass die „unternhemen dafür noch nicht reif“ sind bzw. bei ihrer ganzen lobbyarbeit vergessen haben, sich den trends zeitgemäß anzupassen und jetzt eben ihre steinzeitlichen produkte irgendwie „reinwaschen“ müssen.
LG aus Sarajevo, wo in der Nachbarwand noch Einschusslöscher aus dem Krieg zu sehen sind, Katha


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