kathas welt

wissenswertes, spannendes und skurrilles rund ums thema nachhaltigkeit

Zurück zum Sonntagsbraten?

Am Frankfurter Hbf erhielt ich letzten Sonntag eine schöne, dicke Sonntagszeitung geschenkt. Ich habe mich sehr auf eine Stunde gemütliche Lektüre im Zug nach Köln gefreut. (Auch etwas sehr grandioses: in nur einer Stunde und ohne Stau von Frankfurt nach Köln!)

Ich fing also an zu lesen und natürlich ging es auch um EHEC. Ich hatte den „Skandal“ nicht jeden Tag verfolgt und machte mich also daran, mich in einer Wochenzeitung mal fundiert darüber zu informieren. Was stand dort unter anderem? Die Ära des Fleisches sei nun wieder angebrochen. Gemüse könne man nun nicht mehr guten Gewissens essen. Man hatte beim Lesen den Eindruck, dass sich der Autor freue, dass dem Gemüse nun auch einmal ein Skandal anhaftet. (Leider kann man den Artikel online nicht verlinken.)

Mh. Das machte mich nachdenklich… Warum diese Häme dem Gemüse gegenüber? Da geht es plötzlich nicht mehr um den Darmkeim, sondern um die Fleisch-Essen-Frage.

Fleisch oder nicht Fleisch – das ist hier die Frage

Das Thema Fleisch Essen ist etwas sehr persönliches und spaltet viele Geister (dieser Blogeintrag ist auch wirklich nicht der Einfachste, den ich bisher geschrieben habe 😉 ). Einerseits gehört Fleisch Essen zu unserer Kultur (ich sage nur Sauerbraten, Bratwurst, Fleischpflanzerl oder z.B. auch das wunderbare Hirschragout meiner Oma an Weihnachten), andererseits gibt es einen starken Trend dazu, das Fleisch Essen prinzipiell zu hinterfragen und Vegetarier zu werden. Es ist vom Verstand und von ethischen Anschauungen her durchaus sinnvoll, auf Fleisch zu verzichten.

Einmal wegen der Massentierhaltung und der ganzen Lebensmittelindustrie, die unter anderem im Buch Tiere essen, das sich millionenfach verkauft, eindrücklich geschildert werden. Und auch wegen des Klimawandels: Wenn man ein Steak isst, kann man sich schnell als Klimasünder fühlen, weil man durch seinen Genuss die „Produktion“ von Methan pupsenden Kühen (und ihrer Futtermittel), den Ressourcenverbrauch und damit den Anstieg des Klimas unterstützt.  Somit ist man quasi mit verantwortlich dafür, dass es vielen Tieren und Menschen auf der Welt schlecht geht – nur weil man Fleisch isst. (Und natürlich gibt es noch mehr Gründe für den Verzicht auf Fleisch: s. auch „Fleisch essen und Umweltschutz vertragen sich nicht„) Das ist natürlich nicht schön. Wir sollten unser Verhalten zum Fleisch Essen verändern. Aber wie?

Die Sache mit dem Verhalten ändern…

Die meisten Deutschen essen Fleisch (unter 10% der Deutschen sind Vegetarier). Essen ist eben nicht nur Verstehen. Es hat neben der Nahrungsaufnahme viel mit Freude und Genuss und auch mit Gewohnheit zu tun. Man kann es sich einfach machen und das Fleisch-Essen verteufeln, aber dann bewirkt man mit den Vernunft-Argumenten vielleicht sogar eher gegenteilige Reaktionen. Man kann den Artikel in der Sonntagszeitung so interpretieren, dass sich manche Fleisch-Esser heimlich schlecht fühlen, weil sie eigentlich auch selbst Bedenken wegen ihres Konsums haben. Dass sie aber gleichzeitig hin und her gerissen sind, weil sie dennoch ihr Steak oder einen Braten einfach gern genießen möchten. In einer Situation, in der man selbst schon ein kleines schlechtes Gewissen hat, möchte man sich das eigene Verhalten nun höchst ungern auch noch mit dem erhobenen Zeigefinger von anderen vorwerfen lassen – wie es in der Fleisch-Essen-Frage oft passiert. Mit EHEC ist nun endlich mal nicht das Fleisch, sondern das Gemüse der Buhmann.

Nur wegen EHEC ist aber Gemüse natürlich nicht prinzipiell schlecht und auch an den Argumenten zur Massentierhaltung, Lebensmittelindustrie und dem Klimawandel ändert sich nichts. Die Frage bleibt auch nach EHEC die gleiche: Wie verändern wir unser Verhalten zum Fleisch? Wenn der komplette Verzicht für viele zu schwierig ist, fangen wir doch einfach damit an, weniger Fleisch zu essen.

Sonntagsbraten, halbe Vegetarier und vegetarische Köstlichkeiten

Wie so oft, geht das mit positiven Anreizen und Einstellungen bestimmt am besten:

1. Durch bewusstes Genießen: Wie wäre es mit einer Bewegung: „Zurück zum Sonntagsbraten“? (Natürlich in bio 😉 – denn wenn nur am Sonntag, dann kann man sich das auch viel eher leisten.) Früher haben wir ja auch nicht jeden Tag Fleisch gegessen… Wenn etwas nicht allzu alltäglich ist, dann freut man sich meist noch viel mehr darüber! Also auf zu mehr genussvoller Qualität anstatt Quantität!

2. Durch Gemeinschaft: Eine super Anregung liefert hier die Webseite Halbzeitvegetarier: sich einfach mit jemand anderem zusammentun und gemeinsam den Fleischkonsum halbieren. Ihre Logik: „Zwei halbe Vegetarier sind auch ein Ganzer„. So eine positive Herangehensweise finde ich super!

3. Durch das Kennenlernen von richtig leckeren vegetarischen Gerichten (die „delüxe“ Alternative zum Fleisch): Wer auf den Geschmack von vegetarischem oder veganem Essen kommen möchte, dem empfehle ich von ganzem Herzen einen Abend (oder ein Mittag Essen) im BioGourmetClub in Köln, der vor kurzem seine Türen neu am Bahnhof West geöffnet hat. Hier kann man vegetarische Küche von ihrer besten Seite kennenlernen. Und kann sich wundervoll für die eigene Küche inspirieren lassen. (Hier gehts zu einem Video voll des Lobes für diese Küche). Und wird – wer weiß – vielleicht doch irgendwann zum Vollzeit-Vegetarier… 😉

Wenn wir es insgesamt schaffen, etwas mehr Entspannung in die moralische Fleisch-Essen-Debatte zu bringen, dann muss ein Sonntagszeitungs-Autor vielleicht auch nicht mehr so negativ über Gemüse an sich schreiben.

Herzlich,

Eure Katha

Neulich im Supermarkt: Die Erdbeere

Neues aus den Dilemmata der bewussten Konsumentin.

„Da steh ich nun ich arme Thorin und bin so klug als wie zuvor“. So habe ich mich gestern im Supermarkt gefühlt, als ich vor der Obsttheke stand. Erfreut habe ich zunächst festgestellt, dass es nun auch endlich Erdbeeren aus Deutschland und nicht mehr nur Früherdbeeren aus Spanien gibt. Diese kaufe ich nicht, seitdem es da diesen WWF-Skandal gab, dass die Erdbeeren unter fürchterlichen Arbeitsbedingungen und mit superschlechten Einflüssen auf die Umwelt angebaut werden. Ungesund sollten sie auch noch sein…

Nun gab es gestern allerdings sowohl Bio-Erdbeeren aus Italien und die besagten (Nicht-Bio-)Erdbeeren aus Bruchsal in Deutschland. Was mache ich als bewusste Konsumentin? Ich muss zugeben, selbst mir als Mensch, der sich viel mit den Untiefen der Nachhaltigkeitsthemen beschäftigt, ist das in diesem Fall nicht klar. Nehme ich die regionale Alternative, mit dem Vorteil, dass weniger CO2 beim Transport anfällt, oder die Bio-Alternative, bei der ich sicher sein kann, dass die Böden nicht mit Pestiziden belastet werden und dadurch auch wieder CO2 eingespart wird? Und dann das Plastik: Beide Erdbeeren stehen dort in einer Plastikschale. Aber während die deutsche Regional-Erdbeere ohne weitere Verpackung auskommt, braucht die Bio-Erdbeere noch eine zusätzliche Plastiktüten-Verpackung…

Ich habe mich für die „Regio-Erdbeere“ entschieden. Zwar nicht bio, aber weniger Transport und Plastik. Ist das nun „Bio-Sein 2.0“? Was würdet ihr machen?

Herzlich, Eure Katha

ps: Lecker sahen beide aus. Also das Geschmacksargument kann man hier nicht zücken.

Video: Money rules the world – who rules the money?

Heute gibt es keine großen Reflektionen von mir, sondern den Hinweis auf ein schickes Video. In meinem Job am Institute for Social Banking hatten wir dazu aufgerufen, sich mit kreativen Beiträgen zum Thema „Money rules the world – who rules the money?“ auf einen freien Platz für die 4. Internationale Summer School on Social Banking im Juli in Canterbury zu bewerben.

Dies ist das Gewinnervideo von Eva Wascher von der Universität Greifswald.

Besonders gefällt mir, dass das Video nicht nur systemisch an die Frage herangeht, sondern dass Eva mit Menschen auf der Straße über das Thema Geld spricht. Denn Geld wächst weder an Bäumen, noch ist es ein Naturgesetz, dass wir einfach so hinnehmen müssen. Eigentlich ist es ein menschliches, auf jeden Fall von uns selbst gemachtes, soziales und natürlich auch sehr nützliches Medium. Allerdings reden wir zu wenig darüber, was es eigentlich sonst für Auswirkungen auf uns und auf die Wirtschaft hat. „Über Geld spricht man nicht!“, das ist noch ganz tief kulturell in uns verankert. Aber wie sollen wir ohne uns zu unterhalten verstehen, was Spread Ladder Swaps, CDOs und ETFs etc. sind? Diese Finanzinstrumente scheinen ja ganz reale Effekte zu haben, aber ich wette, die wenigsten haben eine Ahnung, was wirklich dahinter steckt. Und auch ganz alltäglich haben wir immer und überall mit Geld zu tun, aber denken wir eigentlich wirklich darüber nach? Sonst reden wir doch auch über alles, womit wir viel zu tun haben. Hey, lasst uns mehr über Geld reden! 😉

Als Beginn könnt Ihr Euch ja einmal fragen, was ihr Eva im Video auf ihre Fragen geantwortet hättet…

Herzlich, Eure Katha

Fliegen oder Freundschaft?

Fliegt ihr? Wie oft? Privat oder beruflich? Fliegen ist oft so praktisch, manchmal unumgänglich, nur leider eine der fiesesten Komponenten unseres persönlichen ökologischen Fußabdrucks und daher hab mir vor einiger Zeit mal überlegt, dass ich in Europa nicht fliege. Und habe entdeckt, dass es auf der Welt sehr viele wunderschöne Orte zum Urlaub machen gibt, die ich ohne Flugzeug erreichen kann.

Istanbul auf dem Landweg

So war ich im Sommer 2009 in Istanbul – aber eben auf dem Landweg. Mann, war das eine unglaublich schöne Reise. Durch den gerade unabhängig gewordenen Kosovo, das wunderschöne Montenegro und vorbei an den atemberaubenden Meteora-Felsen in Nordgriechenland. Nicht nur er“fährt“ man auf dem Landweg Gegenden, die man anstonsten nicht sehen würde, ich persönlich fand auch die Erfahrung, dass Istanbul eben nicht nur 2-3 Stunden, sondern ein paar Tagesreisen entfernt ist, superschön. Man nähert sich peu à peu der östlichen Kultur an, sukzessive ragen mehr Minarette in den Himmel und auf einmal sitzt man auf halbem Weg im spannenden Sarajevo – zwischen internationalem Filmfestival und östlichem Basar.

Beste Freundin in Südafrika – was tun?

Bei einem „nachhaltigen“ Lebensstil geht es eben nicht nur darum, möglichst umweltfreundlich zu leben. Es geht auch um das Soziale und Menschliche (Man spricht auch von den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Mensch/Soziales – Natur/Ökologie – Wirtschaft). Ich habe nun blöderweise etwas studiert, das meine Freunde immer wieder für längere Zeit ins Ausland treibt (Regionalwissenschaften treibt die Leute oft in die Entwicklungszusammenarbeit). Was mache ich also, wenn meine beste Freundin in Südafrika lebt? Und das seit 2einhalb Jahren und noch für die nächsten 3 Jahre… Ihr wisst sicher, dass es total wichtig für Freunschaften ist, dass man weiß, in welcher Umgebung der Freund / die Freundin sich so aufhält: wie die Lieblingskneipe, die man nur aus Erzählungen kennt, aussieht; wie die Menschen vor Ort in „echt“ sind, von denen man nur am Telefon hört; wie die Wohnung riecht, die man bisher nur durchs Video-Skypen gesehen hat.

Regeln darf man auch mal brechen, wenn man es bewusst macht

Und so habe ich mich schweren Herzens dazu entschieden, meine Nicht-in-Urlaub-fliegen-Regel zu brechen und war im Januar für 3 Wochen in Südafrika und mit Anne in Mosambik. So habe ich meinen ökologischen Fußabdruck völlig desaströs erhöht. Mein Zufriedenheitskonto hat sich allerdings stark aufgeladen, da Freunde nunmal das Schönste auf der Welt sind. Es gibt wie so oft kein Schwarz und Weiß im Leben… Daher halte ich auch nichts von der alten Öko-Null-Toleranz gegenüber Menschen, die manchmal fliegen.

Ich finde allerdings, dass wir uns durchaus überlegen sollten, ob man die Steuerbefreiung von Kerosin weiter aufrecht erhalten sollte und wie man es schafft, dass Zugfahren günstiger wird als ein Billigflieger. Außerdem darf man sich ruhig bewußt die Frage stellen: Muss ich da wirklich hin fliegen oder gibt es nicht einen besseren Weg? Während man nach Südafrika nunmal einfach fast nur mit dem Flugzeug kommt, kann ich beispielsweise London (wo ich gerade sitze) auch super mit dem Eurostar erreichen. Für 59€. In 4einhalb Stunden von Köln aus. Wusstet ihr das? Oft gibt es eben doch gute Alternativen. Und ich darf sogar meine Wasserflasche mitnehmen. Das ist sooo viel angenehmer als das ganze Prozedere am Flughafen. 😉

Nelson Mandela…

Noch einmal zurück zu Südafrika. Natürlich haben mich auch sonst viele Erlebnisse dort stark bereichert. Vor allem der Mann, der das Land in den letzten Jahrzehnten stark geprägt hat, Nelson Mandela. Ein Zitat hat mich besonders inspiriert: „Eines der schwierigsten Dinge ist nicht, die Gesellschaft zu verändern, sondern sich selbst.“

Hierum stets bemüht,

Eure Katha

Auch Bio-Glühwein macht Kater: ein überhaupt nicht vollständiger Jahresrückblick

Der wunderschöne Weihnachtsmarkt im Stadtgarten in Köln, mit Bio-Glühwein

Der wunderschöne Weihnachtsmarkt im Stadtgarten in Köln, mit Bio-Glühwein

Wer soll’s glauben? Auch Bio-Glühwein macht einen Kater, wie ich kurz vor Weihnachten leider im Eigenversuch feststellen musste. Was hat man denn eigentlich von der ganzen Öko und Bio Lebensweise, wenn man dann nicht auch mal von den normalen negativen Effekten verschont wird?

FairTrade-Schokolade macht dick. Bio-Wein Kopfschmerzen. Auch Bio-Pommes sind nicht wirklich gesund. Könnte es sein, dass es manchmal nicht reicht, einfach nur dasselbe in bio/öko/grün zu machen? Mir schwant, so ist es… Es geht wohl um einen neuen, bewussten und wertschätzenden Lebensstil…

Gerade schaue ich ein bisschen auf das Jahr 2010 zurück und bin glücklich, wieviele spannende Menschen, Projekte und Ideen ich kennenlernen durfte in diesem Jahr. Einige Menschen, die genau wie ich denken, dass wir einen tollen Luxus haben mit unserem Leben in Deutschland. Und dass wir manchmal vergessen, wie toll dieser Luxus eigentlich ist. Wir haben zu essen, eine soziale Grundsicherung, ein Dach über dem Kopf (die meisten), wir haben Gesundheitsversorgung, Meinungsfreiheit, einen Rechsstaat und können uns oft sogar aussuchen, womit wir unser Geld verdienen möchten und wir haben sauberes Trinkwasser. Nur irgendwie freuen wir uns über diese für uns selbstverständlich gewordenen Werte gar nicht mehr. In Ländern wir Weißrussland oder der Elfenbeinküste sind dies Dinge, wofür manche Menschen ihr Leben geben würden. Bei uns sind sie einfach da. Darüber darf man ruhig mal vor Freude in die Luft hüpfen!

Geburt: Schöne neue Welt delüx!

Katha entgittert SNWD Aufdrucke

Katha entgittert SNWD Aufdrucke im Park 😉

Die Schönheit unserer Lebensumstände wieder ins Bewusstsein zu holen ist einer der Gründe, warum es kathas welt gibt. Und seit diesem Jahr auch Schöne neue Welt delüx! (SNWD), dieses kleine, feine Unternehmen, was ich in diesem vollen, tollen Jahr 2010 mit Ina und Michael von der ecosign gestartet habe und über das Dunja Burghardt von Rootz und Wingz meint: „Das ist wirklich lustig, wie sehr man sich über Dinge freuen kann die zuvor im Alltag doch an Bedeutung verloren haben.“ Wir nutzen bei SNWD Schönheit und Design, um Freude am nachhaltigen Lebensstil zu bilden. Zum Beispiel daran, sauberes Trinkwasser einfach frei Haus aus der Leitung zu bekommen. Und die Strategie scheint zu funktionieren. Delüx! 😉

Neue Ökonomie

2010 durfte ich Christoph Harrach von KarmaKonsum näher kennenlernen. Wir freuen uns u.a. beide daran, eine „neue Ökonomie“ zu betreiben. Ein wichtiger Teil der „neuen Ökonomie“ ist, dass man mit Freude kooperiert und nicht angstvoll den Wettbewerb sieht. Daher blogge ich seit neuestem auch bei ihm auf www.karmakonsum.de mit. Wenn ich jetzt etwas zur Idee der „neuen Ökonomie“ schreibe, kommt ihr nie ans Ende dieses Blogeintrags, aber davon kommt hier in kathas welt ja eh immer mal wieder etwas!

Lies!

Zwei Buchempfehlungen möchte ich an dieser Stelle gern machen. Die beiden Bücher haben mein Jahr 2010 sehr bereichert:

1. Hans Christoph Binswanger: Geld und Magie (über Fausts zerstörerische Suche nach dem persönlichen Glück in der Wirtschaft – unglaublich tolles Buch!)

2. Nassim Nicholas Taleb: Der schwarze Schwan (über die wunderbare Unsicherheit, den Zufall und skalierbarem Erfolg in Extremistan – einfach lesen! 😉 )

Schreiben, Presse und Geld

Money rules the world - who rules the money?

Money rules the world - who rules the money?

Ich durfte 2010 auch Artikel in unterschiedlichen Zeitschriften wie z.B. Natur und Kosmos schreiben und bin ein paarmal in der ZEIT zitiert worden, was sehr aufregend für mich war. 😉

Viele Menschen haben mich angeschrieben und -gesprochen wegen kathas welt, SNWD und natürlich auch am Institute for Social Banking, wo ich ja hauptberuflich für ein Thema arbeiten darf, das mich sehr bewegt: Was das Geld mit uns und unserer Lebensweise eigentlich macht. Diese Frage finde ich wichtig in einer Kultur in der man „über Geld nicht spricht“, wobei es doch eigentlich der Puls unserer Wirtschaft ist und unsere Länder, in denen wir leben, dominiert (s. Eurokrise, Griechenland, Island etc). Und daher finde ich es toll, dass immer mehr Menschen nun (mit mir und auch vielen anderen) darüber sprechen möchten.

Moderation und Vorträge

Auf der Summer School 2010

Auf der Summer School 2010

Im Instituts-Rahmen durfte ich 2010 mein erstes Großevent, die Internationale Summer School on Social Banking in Florenz moderieren, in der es darum ging, welche Werte dem Bankwesen eigentlich zugrunde liegen. Fünf Tage lang haben sich 90 Praktiker und Akademiker diesem Thema gewidmet. Wenn ihr die Vorträge sehen möchtet, schaut Euch gern die Filme im Internet an (auch wenn sie nicht so gute technische Qualität haben): Hier gehts dahin. Moderation kann viel mit dem Ermöglichen von schöner Veränderung zu tun haben, daher macht mir dies so viel Spaß und ich freue mich, dass ich auch 2011 wieder Veranstaltungen moderieren darf.

Auch begeistere ich gern andere, in Dialog zu treten und zu diskutieren. Dies durfte ich 2010 in einigen Vorträgen oder Podiumsdiskussionen zum Thema Geld und Mensch tun. Danke an alle, die dabei waren und mit diskutiert haben.

So what?

What's next? Ausblick auf die Ostsee...

What's next? Ausblick auf die Ostsee...

Worum gehts also? Eben nicht nur darum, Bio-Glühwein zu trinken. Für mich habe ich den Sinn so definiert: möglichst glücklich leben, sich selbst respektierend und bewusst, und andere Menschen glücklich machen. Ihnen also zumindest nicht auf die Füße treten (dies hatte der alte Kant ja auch schonmal gesagt, in etwas elaborierterer Form 😉 ). Wenn ich hier in Europa einen riesen ökologischen Fußabdruck habe, trage ich dazu bei, dass ein Mensch auf einer Südseeinsel sein Zuhause verliert. Und daher möchte ich eben keinen so großen ökologischen Fußabdruck haben. Zum Beispiel.

Dass das auch bei mir nicht alles perfekt geht, das beschreibe ich auf kathas welt ja immer mal wieder (s. die Krux oder Das mit dem Skifahren). Wir sind eben alles Menschen. Nicht perfekt, aber lernfähig… Wie delüx! 😉

Ich wünsche Euch ein wundervolles und erfolgreiches neues Jahr. Für Euch selbst und mit Euren Lieben. Genießt das Leben, auch wenns mal regnet. Dann ist die Sonne danach umso schöner. (Hört sich nach blabla an, ist aber echt was Wahres dran!)

Allerherzlichst

Eure Katha

ps: Ich bin jetzt den ganzen Januar über in Urlaub und weiß noch nicht, ob ich in dieser Zeit meinen Computer nutze. Auch Changemaker brauchen mal ne Pause. 😉

pps: Uuuuuund: Ich bin mit kathas welt in der Endrunde des Wettbewerbs „Ideen Initiative Zukunft“. Yeah! (s. hier)

Ein enorm schönes Geschenk

Seid ihr gerade auf der Suche nach geeigneten Weihnachtsgeschenken? Als frisch gebackene Beirätin (ich fühle mich ehrlich geehrt!) des Magazins „enorm – Wirtschaft für den Menschen“ fällt es mir nicht schwer, Euch in diesem Jahr zum folgenden, enorm schönen Weihnachtsgeschenk zu raten: Einem Abo dieser Zeitschrift. (Lest auch gern meine Weihnachtstipps zum letzten Jahr unter Früher war mehr Lametta…). Bei mir wird das wohl durchaus auch die eine oder den anderen beehren. 😉

Fanin der ersten Stunde 😉

Seit ihrer 0./Beta-Ausgabe, die uns als Ansichtsexemplar ans Institute for Social Banking gesandt wurde, bin ich ehrlich gesagt begeistert von enorm. Und das sage ich sonst über kaum ein Medium. Klar bin ich irgendwie ein Fan (und Abonnentin) der ZEIT, und auch andere Magazine wie die besondere FROH! oder auch brand eins gefallen mir. Aber es gibt doch immer einen starken Wehmutstropfen bei allen (meine subjektive Einschätzung: ZEIT – manchmal zu selbstgerecht; FROH! – zu wenig aktuell, dafür aber immer schön; brand eins – erscheint mir manchmal zu wenig innovativ in ihren Fragestellungen). Bei enorm habe ich einfach Interesse an fast jedem Beitrag und sie bringt mich weiter, das ist schon echt etwas besonderes!

Ein Aufreger zum Start

Ganz ehrlich: Auch bei der ersten Ausgabe der enorm habe ich mich ziemlich echauffiert. Da wurde im Editorial auf einen „klugen Artikel“ hingewiesen, der sich mit unserem ethisch-korrekten Leben im Alltag beschäftigt („Immer schön sauber bleiben!„). Ihr wisst ja: Das ist mein Herzthema. Und dann muss ich da lesen, dass es im Endeffekt eigentlich nur was bringt, das Haus zu dämmen oder ein kleineres Auto zu fahren. Sonst ist so gut wie alles nicht so wichtig. Ein kleineres Auto fahren? Haus dämmen? Dann kann ich persönlich nichts tun, wenn ich kein eigenes Haus habe und sowieso kein Auto fahre? Hä? Mein eigener ökologischer Fußabdruck ist auch immer noch viel zu hoch – ohne diese beiden Faktoren! Und über die Effekte, die ein generell bewussteres Leben auf das Glücklich Sein hat gar nicht zu sprechen… Ich möchte mich jetzt hier nicht zu lange über diesen Artikel auslassen, aber ich war enttäuscht. Leider hatte ich aber auch zu wenig Zeit, um eine wirklich gute Leserreplik zu schreiben. Also sollte ich mich wohl ein wenig zurück halten.

Unromantisch im guten Sinne

Dennoch: Ich habe seither fast jeden Artikel in jeder Ausgabe der enorm gelesen und fast immer etwas Neues hinzugelernt. Klar, bei manchen Themen weiß man selbst mehr und ist dann kritischer, bei anderen freut man sich über die neuen Einsichten. Und was noch genial ist: es werden wirklich viele tolle Projekte, Initiativen und Gründer gezeigt. Ohne einen romantischen Blick, wie schön die Welt ist, sondern eben mit dem nötigen Elan, zu zeigen, was diese erfolgreichen Menschen eigentlich wirklich erfolgreich macht. Insofern ist es ein Macher-Magazin mit super Hintergrund. Es macht gute Laune, ohne schön zu färbern, und kritisiert, ohne die richtige Prise an Pragmatismus zu verlieren. Was ich mir noch mehr wünsche ist natürlich der noch tiefere Fokus auf das Thema Geld. Aber gerade dafür wurde ich wohl nun etwas enger an das Magazin herangeholt. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit!

Mach et!

Ich hör mal auf mit dem Schwärmen. Und behaupte: wenn ihr kathas welt mögt, dann ist ein enorm Abo einfach das Richtige! Schenkt’s Euch selbst oder Euren Liebsten, die Freude am bewussten Leben ohne den erhobenen Zeigefinger haben. Hier geht das: http://www.enorm-magazin.de/abo.html.

Ach ja: einen Artikel zu schreiben war keine Bedingung, um in den Beirat zu kommen. 😉

Herzlichst, Eure Katha

ps: wenn ihr nun unbedingt etwas anderes verschenken möchtet, stehen natürlich auch tolle delüxe Eierkartons oder Brottüten mit „Mit Liebe geschmiert von…“ Aufdrucken von Schöne neue Welt delüx! zur Verfügung. Oder eine Karaffe mit individuellem Aufdruck, z.B. „Kraneberger“ – oder auch „Rohrperle“. 😉 Aber dafür schaut ihr einfach hier: www.snw-deluex.de.

My good old stuff

Gernst nehme ich den „Stöckchenwurf“ von Noel zum Thema Recycling auf. Ich soll also schreiben, „was ich mit meinen Dingen mache, die ich nicht mehr benötige“. Ein Stöckchenwurf ist quasi ein Kettenbrief unter Bloggern zu einem bestimmten Thema, die ganz korrekte  Beschreibung gibt es hier – und auch was Noel dazu geschrieben hat.

Was brauche ich denn überhaupt an Dingen?

Ich nehme das als Anlass, mich erstmal zu fragen: Was brauche ich denn eigentlich nicht mehr? Oder andersrum verstanden: Was braucht man denn überhaupt an Dingen zum Leben? Ich war mit 22 mal 7 Monate in Argentinien und durfte nur 20 kg Gepäck mitnehmen, das hat mir die ganze Zeit eigentlich vollkommen gereicht an „Sachen“, die ich besitze. Gut, mir haben ein paar Bücher gefehlt und ein paar Einrichtungsgegenstände, aber ansonsten? Was brauche ich an Dingen zum Leben?

Inventur bei mir Zuhause

Ich schaue mich mal Inventur mäßig in meiner Wohnung um. Ich entdecke deutlich mehr als 20 kg „Dinge“. Da gibt es das ganze Küchenzubehör, viele viele Bücher, Bilder an den Wänden, Sportsachen, Taschen, hauptsächlich Möbel stehen überall rum, Waschzeugs, Werkzeug, Ordner (oh je, auch noch mit alten Studieninhalten…), Essen und Trinken und natürlich Kleidung.

Und was brauche ich nicht mehr?

Das brauche ich wirklich nicht alles andauernd. Aber was mache ich denn dann damit? Brauche ich das meiste davon nicht mehr? Erstmal muss ich das ja realisieren, dass ich etwas nicht mehr brauche. Wenn es einfach da ist und nicht stört, bin ich ganz ganz schlecht darin, das „Nicht-mehr-brauchen“ zu bemerken. Nun möchte ich mich aber nicht drücken zu sagen, was ich mit Sachen mache, für die ich keine Verwendung mehr habe.

Was mache ich also with my good old stuff?

  • Kleidung: sammle ich derzeit in Tüten, um sie auf einem Flohmarkt zu verkaufen (diesen Sommer mal wieder nicht geschafft… – gut, dass ich einen Keller habe!).
  • Alte Schuhe: nutze ich auf schlammigen Festivals meistens dann doch noch mal, daher ist das „Nicht-mehr-brauchen“-Gefühl sehr unstark ausgeprägt. (und den Rest horte ich ebenfalls im Keller in besagten Tüten, wenn ich ehrlich bin. Weil ich Schuhe so schwer in den Mülleimer werfen kann, irgendwie kann man sie ja immer nochmal tragen.)
  • Möbel: brauche ich derzeit alle noch.
  • Bilder und Postkarten: hängen an schönen Orten an der Wand.
  • Bücher: niemals wegschmeißen, außer es sind ganz schlimme Bücher von gut meinenden Tanten („Warum Männer schlecht … und Frauen gut..“ so was landet dann auch mal in der Flohmarkttüte)
  • Elektrosachen: tja, da ich weiß, dass sie auf einen Sondermüll gehören und ich da eh nie hinkomme, liegen sie bei mir in einer kiste herum (ist meine Wohnung zu groß??). Damit wären wir auch bei einem wichtigen Thema. Was schmeiße ich eigentlich alles in den Müll?
  • In den Müll landet vieles um das Essen und Trinken: Oh ja, auch Bio Sachen sind dauernd in Plastik eingepackt. Das finde ich total bescheuert, aber so füllt sich mein gelber Sack dann doch immer relativ schnell. Außerdem muss ich oft Essen wegwerfen, weil ich nicht widerstehen konnte, aber dann doch wieder länger nicht zuhause war. Hier gibt es eindeutig Verbesserungspotenzial bei mir!
  • Und: die ganzen Flyer und Zeitungen. Mein Altpapierstapel ist wirklich ein Horror (und auch das Altglas… das landet natürlich im Container).

Nicht so viel kaufen? 😉

Ansonsten gibt es bei mir nicht so viele Dinge, die ich nicht mehr brauche. Ich shoppe echt ungern in den großen Cities dieser Welt. Daher habe ich auch nicht so viel unnützes Zeug. Wenn, dann geh ich in England in einen der coolen Charity Shops. Dort kann man echt schöne Second Hand Kleidung (z.B. auch ein Kleid, dass ich auch auf Konferenzen anziehe) für sehr kleines Geld kaufen und dabei noch einen guten Zweck unterstützen. Finde ich eine tolle Einrichtung! Und auch meine Wasserflaschen verwende ich ja immer brav wieder, wie einige von Euch vielleicht schon mitbekommen haben… 😉

Und für alle, denen diese Betrachtungen nicht systematisch genug waren, fällt mir natürlich beim Thema „Recycling“ sofort der wundervolle Film „The story of stuff“ ein, den ihr unbedingt schauen solltet.

Ich sende das Stöckchen heute weiter an Martin Herrndorf (www.unternehmen-armut.de) Marc Rexroth (http://reditum.de/blog/). Bin gespannt auf die Artikel!

Was macht ihr eigentlich mit den Dingen, die ihr nicht mehr braucht?

Herzlichst, Eure Katha

ps: Hier die offizielle Beschreibung, was ein Stöckchenwurf ist: “Ein Stöckchenwurf ist eine Blog-Veranstaltung, bei der ein bestimmtes Thema durch ein Blog auf den Weg geschickt wird und ausgewählte Blogger dazu eingeladen werden, einen Artikel zum Thema in ihrem eigenen Blog zu veröffentlichen. Das Stöckchen wird dann an zwei weitere Blogger ihrer Wahl geworfen. Am Ende des Beitrags sollte eine Liste aller Blogs zu finden sein, die am Stöckchenwurf teilgenommen haben.”

pps: Die bisherige Liste:

Netcycler (der Start!)

Noel Klein Reesink

Sebastian Backhaus