kathas welt

wissenswertes, spannendes und skurrilles rund ums thema nachhaltigkeit

Unsere Kleine Welt

Die wunderbare Reise eines Hähnchens und einer Wasserflasche (und überhaupt geht es hier um alles)… Angesiedelt bei den Hansens im Schrebergarten. Viel Spaß beim Schauen! ;)

Chapeau, wie man alles, worums heute geht, in 4 Minuten unterbringen kann!

Die Macher hab ich letzte Woche bei der Jahrestagung des Rats für Nachhaltige Entwicklung in Berlin getroffen. Sie kommen von der FH Augsburg und zeigen als „bunch of monkeys“ noch viele andere spannende Projekte, wie z.B. den Big Brother State. Filme sind einfach ein super Medium, um auf Themen aufmerksam zu machen!

Passend zum Video „Unsere kleine Welt“ (ich hoffe, sie kennt es ;) ) hat Frau Merkel auf der Jahrestagung gesagt: „Nachhaltiges Denken muss zur puren Selbstverständlichkeit werden.“ Da stimme ich ihr voll und ganz zu. Die Hansens aus dem Film haben da allerdings noch einen weiten Weg vor sich… „Bon appetit!“

Die Krux

Alles geht nachhaltig? Jou, schön wär das. Am liebsten stelle ich hier kreative und coole Produkte, spannende Texte und Ideen vor. Aber es gibt auch die dunkle Seite im Leben der nachhaltigen Konsumentin… Ich möchte mal anhand dreier Beispiele über den ganz normalen Gewissenskonfliktsdauerstress einer LOHAS berichten (Lifestyle of Health and Sustainability). ;)

1. Ich mag Cola light.

Generell, und auch ganz besonders am Morgen nach einer Party; und ich feiere gern. Außerdem ist Cola light eine super Abwechslung zu Kaffee, wenn ich wieder müde durch NRW pendle. Aber CocaCola ist ein Riesenkonzern, über den ich nicht viel Gutes gehört habe. Und Cola ist ungesund. Eigentlich will ich gar keine Cola trinken, aber ich tue es trotzdem. Weil ich das einfach manchmal liebe. Mist. Ich habe von Alternativen gehört, wie z.B. der  Premium-Cola, die wohl aus dem Spaß von ein paar lustigen und spannenden Leuten heraus entstanden ist, und die meinen, dass „Wirtschaft und Moral zusammen funktionieren können“. Super Idee! Wenn ich meine nächste Party plane, werde ich bei euch bestellen! Leider hilft mir Premium Cola nicht, wenn ich morgens vom Büdchen gegenüber eine prickelnde, kalte, erfrischende Cola light hole… Zumindest habe ich den Konsum allerdings eingeschränkt.

2. Ich fliege nach China.

Mit dem bereits erwähnten LEAD Programm war ich letzte Woche ich China, um 130 andere LEADers aus der ganzen welt zu treffen und mit ihnen über Nachhaltigkeit zu diskutieren. Es war wirklich toll und hat mir wirklich gute neue Perspektiven eröffnet. Aber: Mein Flug hat 3.245 t CO2 verbraucht. Eigentlich sollte jeder Mensch aufs Jahr verteilt nicht mehr als 3 t CO2 pro Jahr produzieren, damit der Klimawandel nicht zu krass ausfällt. Das habe ich mit dem einen Flug wohl bereits überschritten…

3. Ich liebe Bresso.

Und auch im Supermarkt finden innere Kämpfe statt. Ich will Bresso, und ich will aber auch ausschließlich Bio-Lebensmittel einkaufen. Als nachhaltige Alternative zum tollen locker-luftigen Brotaufstrich habe ich einen Bio-Doppelrahmstufe-Kräuterfrischkäse. Ein geschmackliches Dilemma. Der Kräuterfrischkäse ist ja auch „ok“, nur ist Bresso einfach um Klassen besser. So kommt es zu einem Verhätlis von 50:50: Manchmal siegt der Geschmack, manchmal der Bio-Wille. Warum gibt es keinen Bio-Bresso???

Euch geht es auch manchmal so? Ich freue mich über LeidensgenossInnen, die mir in Kommentaren ihre Tipps geben. ;) Und auch andere Anmerkungen sind natürlich wie immer herzlich willkommen!

Ich will Spaß, ich will Spaß!

Das sind Ideen, wie die Welt sie braucht!

1. Wie Flaschen zum Altglas Bringen Spaß macht:

2. Wie Leute lieber die Stufen als die Rolltreppe nehmen:

3. Wie man gerne den Mülleimer benutzt

Bin begeistert. Endlich mal ist Spaß mit nachhaltigem Verhalten verbunden. Genau die richtige Strategie!

FairLiebt in Glücksstoff – der Ökorausch

Bild 15Am Samstag war ich auf der kleinen aber feinen Ökorausch, der Messe für „Design mit Bewusstsein“. Dort haben einige Kleidungslabels von korrekte-klamotten ausgestellt – und natürlich verkauft. Da ich einen Schal und in meiner schlecht zu heizenden Wohnung auch endlich mal eine gemütliche Jacke für Zuhause brauche, habe ich zugeschlagen (s. Foto): Schal von FairLiebt (10 €) und eine megagemütliche, weiche Jacke von Glücksstoff (34 €).

„Schufti“, der Schlüsselroman

SchuftiNatürlich gab es noch viele andere spannende Aussteller. Neben ecosign, der „nachhaltigen“ Designschule in Köln (die übrigens nächsten Samstag öffentlich 15-Jähriges feiert), waren auch Lockengelöt aus Hamburg da. Ein wunderbares Stück von diesen kreativen Menschen musste ich direkt durch einen Kauf prämieren: einen „Schlüsselroman“ (s. Foto). Lockengelöt verwenden alte Bücher wieder, in denen sie aus ihnen Schlüsselbretter herstellen. Ich freue mich sehr über meinen „Schufti“ (das ist der Titel meines Schlüsselromans), der nun stolz neben meiner Tür prangt! ;)

Der aus der Region Freiburg von den Jungs von bonhom mitgebrachte Bio-“Wii“ (so nennt man dort den Wein) hat den coolen Abend noch besser gemacht. Und ich freue mich auf die bald erscheinende erste Frauenkollektion…

Treffe den Happy Planet

www.happyplanetindex.org

Nächste Woche wird es spannend: Ich werde in London Leute von der New Economics Foundation treffen, die unter anderem den „Happy Planet Index“ entwickelt haben. Dieser Index bewertet Länder nicht wie das sonst immer gemacht wird (Stichworte „Exportweltmeister“ und „Bruttoinlandsprodukt„) nach ihrer wirtschaftlichen Leistung, sondern danach, wie lang Menschen dort glücklich leben und wie groß ihr ökologischer Fußabdruck ist.

Mehr Geld macht nicht immer glücklich

Das hört sich natürlich ein bißchen verrückt an, hat aber international schon viel Anerkennung gewonnen. In Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit (wir in Deutschland leben z.B. so, als hätten wir mehr als drei Erden zur Verfügung) ist es sinnvoll, sich einmal Gedanken darüber zu machen, wie man „lebenswert“ eigentlich definiert und wie man das misst. In den bisherigen Rankings wird Zufriedenheit und Wohlstand meist über die Einkommenshöhe gemessen, aber es ist ja berechtigt zu fragen, ob die stetige Steigerung des Geldes auf dem Konto auch wirklich zu einer stetigen Steigerung des „Wohlstands“ führt. Die „Glücksforschung“ hat herausgefunden, dass ab einem bestimmten Einkommen (bei uns ca. 20.000 € im Jahr) die Steigerung des Gehalts nicht mehr mit einer Steigerung des Glücksempfindens einhergeht (und ein weiterer Link dazu). Also braucht man offenbar noch andere Faktoren außer dem Einkommen, um zu erforschen, wie wir „gut“ leben können. Der Happy Planet Index macht da wie ich finde einen Schritt in die richtige Richtung.

Oxford

Bild 3Außerdem werde ich nächste Woche an der Uni Oxford eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie kann verantwortliches Investment Finanzkrisen vermeiden?“ moderieren. Ich bin sehr gespannt, was bei der Diskussion heruaskommt. Dabei sind Vertreter von UN PRI, delsus und der Uni Oxford und wir werden uns stark darauf konzentrieren, nach konkreten Lösungen zu suchen. Für Studenten besteht im Anschluss die Möglichkeit, ein oikos Local Chapter an der Uni zu gründen, um sich direkt aktiv für nachhaltiges Wirtschaften einzusetzen.

Bin schon sehr gespannt, was da auf mich zukommt! Herzlich, eure Katha

Was dich bewegt

twikeVielleicht gehört die Zukunft der urbanen Mobilität dem „Human Power Hybrid“, als Beispiel hier der ziemlich schick aussehende twike, der bis zu 85 km/h fährt und dessen Batterie 200km lang reicht. Wenn die Batterie leer ist, kommt man trotzdem an: mit eigenem Radeln. Die Batterielaufzeit kann durchs Treten auch verlängert werden. Ein super Vorschlag, der neben der Umgehung von fossilen Brennstoffen (also kein CO2 Ausstoß) gleich noch glücklich macht, denn erwiesenermaßen setzt Bewegung Endorphine frei. Dazu werden durch sportlichere Menschen die Gesundheitskosten verringert, ein Vorteil für die ganze Volkswirtschaft. ;)

Ein rundum klasse Vorschlag, oder was meint ihr? (Könnt gerne einen Kommentar hier hinterlassen.)

E-Bikes

e-bikeWer ein simpleres Modell bevorzugt, ist mit Elektrofahrrädern gut beraten. Selbst Treten kann man natürlich auch noch, aber wer einen wichtigen Termin hat und einfach mal unverschwitzt aber dennoch erfrischt ankommen möchte, nimmt einfach die zuhause aufladbare Batterie mit.

Wie bei allen elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist der CO2-Ausstoß natürlich nur gleich null, wenn erneuerbare Energie die Quelle ist. Fürs E-Bike reicht da z.B. einfach ein Ökostromanbieter zuhause.

Un nu?

Mehr solcher cooler Vorschläge braucht das Land! Habt ihr welche?

(Junge Leute werden von der EU Kommission übrigens dabei gefördert, im super Programm „your world – your business„.)

Wer zahlt die Rechnung?

Ein grandios simpler Kurzfilm zum Thema Klimawandel und Gerechtigkeit.

Sollte man etwas gegen den Klimawandel tun, damit die Migration nicht so stark zunimmt? Oder sollte man ihn bekämpfen, weil es einfach angebracht ist, die Leben, die der Klimawandel kosten wird, zu schützen? Pragmatisch betrachtet ist das egal.

Man sollte einfach, denn es ist…

…ethisch verpflichtend

Bezüglich der moralischen Verpflichtung, den Klimawandel aufzuhalten, kann ich wie im letzten Eintrag sehr das ganz klar und nüchtern geschriebene Buch „The Ethics of Climate Change“ von James Garvey empfehlen.

…und wirtschaftlich sinnvoll

Und dass der Klimawandel uns teurer zu stehen kommen wird als seine frühzeitige Bekämpfung, das hat uns ja bereits vor knapp drei Jahren der ehemalige Chefökonom Sir Nicholas Stern in seinem Report bewiesen.

Warum machen wir dann nichts? Das liegt an der Komplexität des Problems und ist daher wohl

…psychologisch begründet.

Wir können einfach nicht so sehr in die Zukunft, ans andere Ende der Welt und in so vielschichtigen Zusammenhängen denken, als dass wir daher auf Kaffee-Trinken (riesiger Wasserverbrauch), Auto-Fahren oder schönes Glühbirnenlicht sofort verzichten würden. So ist das. Aber das müssen wir halt irgendwie hinbekommen…

Die Rechnung zahlen zwar zunächst die „anderen“ (daher scheint das Klima einigen ja egal zu sein), aber im Endeffekt zahlen wir sie alle!

Hasta la vista…

Übrigens werde ich bis Anfang September in Urlaub sein und neue Lande kennenlernen. Bis dahin wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer!

Eure Katha

Wieviel ist LEAD wert?

kathainlondonLeider so viel, dass ich nicht mehr richtig dazu komme, diesen Blog zu pflegen… Ich war Anfang Juli in der ersten Trainingswoche des LEAD-Programms in London. Dort haben wir neben tollen Vorträgen von u.a. Michal Meacher (dem ehemaligen Umweltminister Großbritanniens) und Solitaire Townsend von Futerra (sehr empfehlenswerte Nachhaltigkeits-Marketing-Agentur) auch unsere Gruppenprojekte gestartet.

Das LEAD Projekt

Bei meinem Projekt, das ich gemeinsam mit einem Vertreter der Bellona Stiftung und einer Mitarbeiterin des earthwatch Instituts mache, geht es um die Werte, die der ganzen Nachhaltigkeitsdebatte zugrunde liegen. Für mich ist die Auseinandersetzung mit diesem eher „weichen“ Thema mal etwas Neues.

core_valuesDie „Werte-Frage“ beschäftigt mich aber schon etwas länger. Wieso arbeiten so viele Leute „für eine bessere Welt“? Was treibt diese Leute an? Das ist ja meistens nicht die gute Entlohnung. Aber konkreter kam die Frage eher als eine Art Kritik in mir auf: Ich lese dauernd, dass irgendwelche Organisationen „Werte-basiert“ seien, suche dann aber vergebens danach, was das denn überhaupt für Werte sind, auf denen sie basiert sind. Man dürfte ja eigentlich einen Wertekatalog erwarten, à la: „So, und Folgende sind unsere Werte…“. Aber dann meistens: Fehlanzeige!

Den Werten auf den Grund gehen

Bei meiner Arbeit am Institute for Social Banking stellen wir uns derzeit ebenfalls die Frage, welche Werte im Social Banking eigentlich dominant sind, und somit freue ich mich sehr, dass ich nun im Rahmen meines LEAD Projekts endlich mal diesen so schwer greifbaren „Werten“ auf den Grund gehen kann. Ich hoffe, dass ich gemeinsam mit den zwei anderen ein paar schicke Antworten herausfinden werde, die ich dann auch gerne mit euch teile. Spannende Methoden suchen wir bereits, wie z.B. dieses kleine Frosch-Werte-Spiel (für einen wissenschaftlichen Zweck), das die individuelle „Verbundenheit“ zur Natur herausfinden soll. Mal sehen, ob es wirklich in unsere Fragestellung passt, aber eure Teilnahme würde den Forschern auf jeden Fall einen Gefallen tun.

Und die Moral von der Geschicht?

Garvey, The Ethics of Climate ChangeÜbrigens habe ich für das LEAD Projekt ein spannendes Buch gelesen: The Ethics of Climate Change von James Garvey. Das ist ein super Buch für alle, die sich für Philosophie und die logische Begründung von Moral interessieren. Da wird nicht mit dem Zeigefinger gewunken, sondern einfach in superleicht zu lesendem Englisch analysiert, zu welchen Handlungen der Klimawandel uns aus philosophischer Sicht bringen müsste. Lest es und ich freu mich auf (persönliche) Diskussionen!

Wieviel LEAD also „wert“ ist, tja, das werde ich wohl erst im November, wenn das Programm vorbei ist, sagen können. Aber zumindest habe ich den Eindruck, dass ich bisher neben vielen coolen neuen Kontakte auch schon inhaltlich einiges gelernt habe!

Herzlich, eure Katha

Bankgeheimnis – oder doch nicht?

banksecretsUnter www.banksecrets.eu könnt ihr tolle Dinge über die Investitionen einiger Banken erfahren. Eine Internetseite, auf der man sich direkt ein bisschen aufregend konspirativ vorkommt… Hilfreich: Eine Checkliste mit möglichen Fragen für das Gespräch mit deiner Bank.

Man könnte sicherlich noch mehr Informationen auf www.banksecrets.eu stellen, aber sie ist schon wirklich ein klasse Anfang, um sich mal kritisch mit seiner eigenen Bank auseinanderzusetzen. Und die entscheidende Frage zu stellen: Was macht die Bank mit meinem Geld? Und warum erzählt sie mir nichts davon?

Es geht doch auch anders…

business as unusual

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Besonders empfehlen möchte ich heute den Blog [chaos as usual], auf dem der Österreicher Thomas Strobl tolle Interviews und Artikel rund um das chaotische „business as usual“ schreibt. Eigentlich findet hier eher das „business as unusual“ ein Zuhause, was gerade das Spannende an diesem Blog ist. Und das, obwohl es ein Blog der FAZ ist. ;) (Aber gut, man munkelt ja, die Internetseite der FAZ sei da ganz anders…)

Heute darin zu finden: „Der Kapitalismus ist ein Kettenbrief“.

Viel Spaß beim Lesen!

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